Die Wall Street gerät erneut unter Druck. US-Aktien und Anleihen gaben am Dienstag parallel nach. Selbst fallende Ölpreise konnten die Nervosität am Markt nicht dämpfen. Der Grund: Anhaltende Inflationssorgen und die Aussicht auf weitere Zinsschritte der Federal Reserve belasten die Bewertung.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen kletterte auf 5,58 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2002. Der S&P 500 verbuchte den zweiten Verlusttag in Folge. Während der Dollar zulegte, fiel der Euro auf ein 16-Monats-Tief. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent sank unter 103 Dollar. Zuvor hatte die Regierung unter Donald Trump eine weitere Freigabe strategischer Ölreserven angeordnet, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran feststecken.
Fed hält Zinsoptionen offen, Konsumlaune bricht ein
Investoren fordern spürbar höhere Risikoprämien für langfristige Papiere. Neben den Rohstoffkosten treiben die anhaltenden Staatsausgaben und die hohe Kreditaufnahme für den Ausbau Künstlicher Intelligenz die Renditen. Entsprechend vorsichtig reagieren die Notenbanker auf die Marktlage. Fed-Gouverneur Michael Barr bekräftigte, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein könnten, um die Teuerung zu stoppen. John Williams, Chef der New Yorker Fed, hält einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr für denkbar, sieht jedoch keine Eile für eine Anhebung im Oktober.
Auch die jüngsten US-Konjunkturdaten drücken auf die Stimmung. Die Zahl der offenen Stellen sank auf ein Fünfmonatstief. Die Entlassungen bleiben zwar gering, doch Arbeitgeber stellen spürbar zögerlicher ein. Gleichzeitig fiel das US-Verbrauchervertrauen auf den tiefsten Stand seit 2014.
OpenAI vertagt Börsengang, Apple baut Konzern um
Auf Unternehmensebene dominieren strategische Weichenstellungen. Donald Trump erteilte neuen Bundesregulierungen für Künstliche Intelligenz nach einem Treffen mit Branchenchefs eine Absage. Bei OpenAI verzögert sich derweil der geplante Börsengang. Konzernchef Sam Altman will das Startup vorerst abseits der Börse durch Sicherheitsdebatten steuern. Statt eines IPOs plant OpenAI eine private Finanzierungsrunde über mindestens 30 Milliarden Dollar.
Umbaupläne gibt es auch bei Apple. Der neue Vorstandschef John Ternus richtet den Konzern neu aus. Ziel sind schnellere Entwicklungszyklen für neue Geräte und ein noch stärkerer Fokus auf das Ingenieurwesen.
Übernahmeschlacht und IPO-Absagen
Im Mediensektor versucht Paramount Skydance die Finanzierung für den Kauf von Warner Bros. Discovery abzusichern. Der Konzern verspricht Kreditgebern drastische Sparmaßnahmen und will innerhalb von drei Jahren 6 Milliarden Dollar an Kosten einsparen.
Dämpfer dagegen im Segment für Wearables: Der finnische Hersteller Oura hat seinen geplanten Börsengang verschoben. Mehrere Investoren zogen sich zurück, da ihnen die anvisierte Firmenbewertung des Herstellers von Fitness-Ringen zu hoch erschien.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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