07.05.2020 Thobias Quaß

AMD: Neuer Großauftrag im Data-Center

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AMD

Im wichtigen Data-Center-Geschäft gelingt AMD ein großer Coup. Das neue Supercomputer-Projekt des zentralen US-amerikanischen Forschungsrechenzentrums National Energy Research Scientific Computing Center (NERSC) verbaut tausende AMD-Prozessoren der neusten Generation. Als Unterstützung dienen Nvidia-Grafikchips (GPU). Das ist ein großer Schlag gegen Intel.

Nötig wird der neue Supercomputer, um das bisherige und ältere System – in dem über 12.000 Intel-CPUs arbeiten – abzulösen. Der Prestigeauftrag umfasst in der ersten Ausbaustufe dieses Jahr zwölf Rechenzentren, in denen 1.500 AMD-Milan-Prozessoren Aufgaben an 6.000 Nvidia-GPUs verteilen.

Mit etwas mehr als zwei Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr (15 Prozent des Jahresumsatzes) ist der Bereich von AMD, in dem das Data-Center-Geschäft gebündelt wird, vergleichsweise klein. Dieses Jahr soll der Anteil auf 30 Prozent steigen. Diese 30 Prozent Umsatzanteil mit Chips für Data Center hat Nvidia mit knapp dreieinhalb Milliarden Dollar 2019 schon erreicht. Intel als größter Player hat im letzten Jahr mit zehn Milliarden Dollar 50 Prozent der Erlöse in der Server-Sparte erlöst.

Der prestigeträchtige Auftrag ist der nächste Punktsieg gegen Intel. Letztes Jahr hat AMD mit dem sieben Nanometer-Verfahren in der Prozessorherstellung den großen Konkurrenten schon überholt. Diesen Vorteil nutzt das US-amerikanische Forschungsinstitut jetzt, um die Supercomputer zu aktualisieren. Das dürfte der erste Aufschlag im Kampf um Marktanteile im zukunftsrelevanten Data-Center-Business sein.

AMD will im aktuellen Krisenjahr 20 bis 30 Prozent wachsen und hat gute Chancen, das auch zu schaffen. Trotzdem konsolidiert die Aktie nach ihren Höchstständen in der zweiten Aprilhälfte. Aber sowohl technisch als auch finanziell ist AMD gut aufgestellt, um wieder zum Höhenflug anzusetzen. Bereits investierte Anleger lassen Gewinne laufen.

AMD (WKN: 863186)