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18.01.2019 Andreas Deutsch

Amazon überschätzt? Netflix kämpft gegen ganz andere Gegner

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Amazon

Der Streamingdienst Netflix hat mit seinen Q4-Zahlen enttäuscht. Während Gewinn und Kundenzahlen die Erwartungen übertrafen, blieb der Umsatz im Berichtszeitraum hinter den Prognosen zurück. Eine Aussage des Managements in einem Brief an die Aktionäre sorgt für Erstaunen. Sie betrifft auch den Konkurrenten Amazon.

Netflix fürchtet sich nicht vor Amazon. Auch nicht vor Walt Disney oder HBO. Die Streaming-Angebote der beiden Großkonzerne lassen das Netflix-Management einigermaßen kalt. Sorgen bereiten dem Streaming-Pionier Top-Online-Games wie Fortnite oder Videoplattformen wie Youtube.

„Wie konzentrieren uns im Wettbewerb nicht so sehr auf Disney, Amazon oder andere Streamingdienste“, so Netflix in dem Schreiben an seine Anteilseigner. „Wir konkurrieren mit Fortnite deutlich stärker als mit HBO. Als Youtube im vergangenen Oktober für ein paar Minuten zusammenbrach, stiegen in dieser Zeit unsere Zuschauerzahlen.“

Starker Tobak. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass sich weltweit immer mehr Nutzer für Amazons Streaming-Dienst Amazon begeistern. Derzeit kommt der Dienst allein in den USA auf 100 Millionen Kunden, 2015 waren es nur 40 Millionen.

Derzeit läuft die Konjunktur offenbar so gut, dass Film- und Serienfans sich mehrere Streamingdienste leisten können. Aber wie lange noch?

Prime für Amazon immens wichtig

Die rund 110 Millionen Prime-Abonnenten spülen Amazon geschätzt 13 Milliarden Dollar jährlich in die Kassen. Nachdem Netflix die Gebühren nun erhöht hat, könnte Amazon bald nachziehen. Erhöht der E-Commerce-Gigant den Jahrespreis nur um einen Dollar pro Monat, käme Amazon auf 15 Milliarden Dollar Einnahmen.

Der Vorteil, den Amazon mit Prime im Vergleich zu Netflix hat: Prime-Nutzer sind bevorzugte Amazon-Kunden. Sie erhalten die bestellten Waren bei Amazon zumeist schneller und ohne Versandgebühren. Für viele Kunden ist das Medienangebot von Prime das i-Tüpfelchen.

Für Amazon lohnt sich das Geschäft: Prime-Kunden geben nicht nur für Medieninhalte Geld aus. Sie sind auch fleißige Besteller. Im Schnitt gibt ein Prime-Kunde in den USA 1.400 Dollar im Jahr für Waren bei Amazon aus. Ein Nicht-Prime-Kunde bestellt im Schnitt Waren für nur 600 Dollar.

Schlacht um die Kunden

Netflix sollte Amazon Prime keineswegs unterschätzen. Das Prime-Angebot wird immer besser und sollte in einer Welt, in der es Content im Überfluss gibt, immer mehr Menschen genügen. DER AKTIONÄR bleibt bullish. Ziel: 1.800 Euro, Stopp: 1.200 Euro.

Buchtipp: Post Corona: Von der Krise zur Chance

Der Ausbruch von Covid-19 hat Schlafzimmer in Büros verwandelt, Jung gegen Alt ausgespielt und die Kluft zwischen Arm und Reich, Maskenträgern und Maskenhassern vergrößert. Einige Unternehmen, wie Amazon und der Hersteller von Videokonferenzsoftware Zoom, fanden sich unter einer Lawine der Verbrauchernachfrage erdrückt. Andere, wie die Restaurant-, Reise-, Hotel- und Live-Entertainment-Branche, kämpften darum, nicht unter die Räder zu kommen. Die Pandemie war ein Beschleuniger von Trends, die bereits in vollem Gange waren. In „Post Corona“ skizziert Galloway die Konturen der Krise und die Chancen, die vor uns liegen. Galloway kombiniert seinen unverkennbaren Humor und frechen Stil mit messerscharfen Einblicken und bietet Warnung und Hoffnung gleichermaßen.
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