Umsatz und Gewinn von Amazon schlagen die Erwartungen klar. Auch das wichtige Cloud-Geschäft zieht kräftig an und wächst so stark wie seit Jahren nicht mehr. Trotzdem reagiert die Aktie nachbörslich verhalten. Der Grund ist ein Punkt, der auch andere große Konzerne derzeit betrifft und demnach eigentlich wenig überraschen sollte.
Amazon steigert den Umsatz im ersten Quartal um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Damit liegt Amazon deutlich über den erwarteten 177,23 Milliarden Dollar. Auch beim Gewinn überrascht der Tech-Riese positiv: Der Gewinn je Aktie liegt bei 2,78 Dollar und damit klar über den Prognosen von 1,62 Dollar.
Besonders im Fokus steht AWS. Die Cloud-Sparte wächst um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar. Das ist das stärkste Wachstum seit 2022. Treiber ist vor allem die steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Kunden wie OpenAI und Anthropic bauen ihre Aktivitäten auf Amazons Plattform weiter aus.
Auch operativ überzeugt Amazon. Das Betriebsergebnis liegt bei 23,85 Milliarden Dollar. Die operative Marge verbessert sich auf 13,1 Prozent.
KI-Boom kostet Milliarden
Doch der Blick auf die Kosten sorgt für Zurückhaltung. Amazon investiert massiv in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Allein im ersten Quartal steigen die Investitionen in Sachanlagen auf mehr als 44 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr plant Konzernchef Andy Jassy sogar Ausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Der Großteil fließt in Rechenzentren und Technik für KI-Anwendungen. Gleichzeitig sinkt der freie Cashflow deutlich. Über zwölf Monate gerechnet liegt er nur noch bei 1,2 Milliarden Dollar.
Das zeigt einmal mehr: Der KI-Boom treibt zwar das Wachstum, frisst aber gleichzeitig enorme Summen. Und das sorgt bei Investoren immer wieder für Nervosität.
Aktie richtungslos
Die Reaktion folgt prompt. Trotz der starken Zahlen zeigt sich die Aktie nachbörslich schwach und pendelt um den Schlusskurs. Zeitweise rutscht das Papier sogar ins Minus.
Damit bestätigt sich ein Muster, das bereits bei anderen Tech-Konzernen zu sehen ist. Auch Meta liefert heute beispielsweise nachbörslich starke Zahlen und schraubt gleichzeitig die Investitionen nach oben. Das Milliarden-Wettrennen geht weiter.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon.
Aktien der Amazon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
29.04.2026, 22:38