14.02.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Breitseite gegen Tesla

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Tech-Pionier trifft Auto-Dino: Amazon und General Motors verhandeln derzeit über einen Einstieg beim E-Pick-up-Hersteller Rivian. Das US-Startup soll Schätzungen zufolge zwischen einer und zwei Milliarden Dollar wert sein. Es wäre nicht die einzige Mobil-Offensive von Amazon-Gründer und -CEO Jeff Bezos.

Rivians Ziel ist es, einen vollelektrischen Pickup und einen elektrischen SUV mit einer Reichweite von 250 bis 400 Meilen auf den Markt zu bringen. Auf der Los Angeles Auto Show präsentierte die Firma ihre ersten Konzeptfahrzeuge: den R1T Pickup und den R1S SUV. Wie es heißt, soll der Pick-up 60.000 Dollar kosten.

Rivian existiert seit 2009. Gründer und CEO ist RJ Scaringe, 36 Jahre alt. Forbes nannte ihn einst „Teslas schlimmsten Alptraum“.

Quelle: Youtube

Wenn die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, könnte bereits noch in diesem Monat ein Abkommen angekündigt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein GM-Sprecher sagte, GM bewundere Rivians Beitrag zu einer Zukunft ohne Emissionen. Von Amazon gab es keinen Kommentar.

Lieber selber machen

Nicht nur an Pick-ups hat Amazon Jeff Bezos offenbar Interesse, sondern auch an selbstfahrenden Lkw. Amazon arbeitet nach Medienberichten mit Embark zusammen. Das US-Unternehmen stellt seine selbstfahrenden Systeme anderen Herstellern zur Verfügung, anstatt selbst komplette Vehikel zu bauen.

Quelle: Reddit

Damit reagiert Amazon auf die Engpässe in der Logistikbranche, was unter anderem auf die niedrigen Löhne und die schwierigen Arbeitsbedingungen zurückzuführen ist. Der Mangel an verfügbaren Fahrern und Lastwagen stellt E-Commerce-Unternehmen vor eine Herausforderung. Die Kunden erwarten ihre Pakete so schnell wie möglich.

Klarer Kauf

Amazon ist längst kein E-Commerce-Unternehmen mehr. Der Konzern ist Cloud-Spezialist (AWS), Werbeagentur, Onlinevideothek. Auch könnte Amazon schnell als Online-Versicherung, als Fintech und als Healthcare-Anbieter eine führende Rolle spielen. Gelingt dies, wäre das Unternehmen bei knapp 1.150 Milliarden Dollar fair bewertet. Die aktuelle Kursflaute ist vor allem eines: eine Kaufchance.