28.04.2020 Emil Jusifov

Alphabet: Anleger feiern die Q1-Zahlen

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Alphabet

Alphabet hat seine Geschäftszahlen zum ersten Quartal 2020 vorgelegt und konnte die Analystenerwartungen beim Umsatz übertreffen. Die Anleger zeigten sich nach Vorlage des Zahlenwerks sichtlich erleichtert und ließen die Aktie nachbörslich um über sieben Prozent steigen.

Alphabet konnte den Umsatz um 13 Prozent auf 41,16 Milliarden Dollar steigern (Analystenkonsens: 32,8 Milliarden Dollar). Besonders erfreulich war der Zugewinn bei den Clouderlösen (plus 9 Prozent) und bei den Werbeerlösen von YouTube  (plus 34 Prozent). Der Gewinn je Aktie lag bei 9,87 Dollar und damit unterhalb der Analystenerwartungen (10,9 Dollar).

Alphabet: Q1-Zahlen 2020
Quelle: Alphabet

CFO Ruth Porat sprach von starken ersten zwei Monaten im Q1, im März hätte sich jedoch die Dynamik bei den Werbeerlösen deutlich verlangsamt.

Im Rahmen der anschließenden Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren gab CEO Sundar Pichai an, dass die Nutzung der Google-Suche, der Streamingplattform YouTube und anderer Apps und Dienste sich im Zuge der Coronavirus-Pandemie erheblich gesteigert hatte.

Erste positive Analystenstimmen

Als erste Reaktion auf die Zahlen hat das Analysehaus Jefferies die Einstufung für Alphabet auf "Buy" mit einem Kursziel von 1450 Dollar belassen. Die Quartalszahlen seien gemischt ausgefallen, den starken ersten beiden Monaten sei ein spürbarer Rückgang beim Werbeumsatz im März gefolgt, schrieb Analyst Brent Thill in einer am Dienstag vorliegenden Studie.

Hier geht es zum Quartalsbericht von Alphabet

Alphabet (WKN: A14Y6F)

Trotz der gemischt ausgefallenen Ergebnisse, feierten die Anleger die vorgelegten Zahlen und ließen die Alphabet-Aktie nachbörslich um mehr als sieben Prozent steigen. Aktuell notiert die Aktie wieder knapp über der 200-Tage-Linie. Gelingt es dem Alphabet-Papier morgen nach Handelsschluss über dieser wichtigen charttechnischen Marke zu bleiben, dann wäre es ein klares technisches Kaufsignal. Für den AKTIONÄR bleibt Alphabet trotz der kurzfristigen Probleme im Werbegeschäft ein Basisinvestment.

Wer etwas breiter in Big Tech investieren will, kann einen Blick auf den GAFAM-Index werfen. Der vom AKTIONÄR aufgelegte Index beinhaltet die fünf größten US-amerikanischen IT-Unternehmen: Alphabet (Google), Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Die Aktien werden jährlich gleichgewichtet, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Dividenden werden bei der Indexberechnung allerdings nicht berücksichtigt. Der GAFAM Index hat seit der Auflegung rund 117 Prozent zugelegt.

Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Alphabet.

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Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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