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13.11.2020 Michael Schröder

AKTIONÄR Top-Tipp MBB: Kommt nach Aumann jetzt ein Wasserstoff-Börsengang?

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MBB

Die Zahlen der MBB können sich sehen lassen. Trotz aller Herausforderungen durch die Corona- Pandemie wurden Umsatz und Gewinn in den ersten neun Monaten 2020 gesteigert. Damit nicht genug: Die Industrieholding, die mit ihren Beteiligungen von einigen Megatrends profitiert, könnte schon bald eine weitere Tochter an die Börse bringen.

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MBB konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 25,2 Prozent auf 510,6 Millionen Euro steigern. Das bereinigte EBITDA stieg um 30,8 Prozent auf 52,8 Millionen Euro. Daraus resultiert eine Marge von 10,4 Prozent. Im dritte Quartal lag diese sogar bei starken 13,4 Prozent.

Besonders stark: die Entwicklung der vor gut einem Jahr erworbenen Friedrich Vorwerk (MBB-Anteil: 60 Prozent). Die Tochter erwirtschaftete einen Umsatz von 221,9 Millionen Euro bei einer EBITDA-Marge von 17,8 Prozent. Mit Friedrich Vorwerk gelang MBB der Einstieg in den Pipeline- und Anlagenbau für Gas- und Stromnetze. Durch die anschließende Add-on-Akquisition der margenstarken Bohlen & Doyen durch Vorwerk wurde das boomende Segment „Energie-Infrastruktur“ weiter gestärkt.

Ein Megatrend. Nach dem geplanten Atom- und Kohleausstieg entstehen in Deutschland in den nächsten Jahren im Zuge der Energiewende viele neue unterirdische Stromtrassen und Gasspeicher. Beide Neulinge zählen zu den marktführenden Spezialisten für die dafür notwendige Konzeption und Konstruktion. Die Auftragsbücher sind dank der komplementären Technologie gut gefüllt. Perspektivisch rückt hier bereits das Thema Dekarbonisierung der Industrie durch den Einsatz von Wasserstoff samt den dafür notwendigen Netzen in den Fokus.

Um das starke Wachstum weiter zu beschleunigen, prüft die Friedrich Vorwerk zurzeit mögliche Wachstumsoptionen, zu denen auch ein Börsengang gehören kann. Dazu muss die Firma aus Sicht des AKTIONÄR aber noch die richtige kritische Größe erreichen und MBB möglicherweise seinen Anteil von 60 Prozent noch erhöhen. Gut möglich, dass das IPO im kommenden Jahr kommt. Die Investoren dürften Schlange stehen. Mit den Automobilzulieferern Aumann (Anteil: 40 Prozent) und Delignit (76 Prozent) hat MBB bereits zwei börsennotierte Töchter im Portfolio.

Mit einer gut gefüllten Firmenkasse (181,5 Millionen Euro/30 Euro je Aktie) könnten auf Sicht auch weitere Schätze ins MBB-Portfolio wandern, um so der für 2025 geplanten Umsatzmilliarde näher zu kommen. Im laufenden Jahr rechnet die Gesellschaft mit einem Umsatz von mehr als 660 Millionen Euro (Vorjahr: 592 Millionen Euro). Bei einer bereinigten Marge von acht bis zehn Prozent könnte das EBITDA am Ende sogar nur leicht unter dem Vorjahreswert von 68 Millionen Euro herauskommen.

MBB (WKN: A0ETBQ)

DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Das Interesse an der MBB-Aktie dürfte in den kommenden Monaten steigen – mit oder ohne Vorwerk-Börsengang. Rechnet man den möglichen Wert aller MBB-Beteiligungen unter Berücksichtigung der üblichen Multiplen zusammen, könnte die Aktie in den kommenden Monaten in dreistellige Kursregionen vorstoßen.