Die Aktie von Hapag-Lloyd gehört zu den großen Gewinnern des Nahost-Konflikts. Seit ihrem Jahrestief im Februar konnte sie in der Spitze mehr als 40 Prozent zulegen. Zuletzt sind die Papiere allerdings unter Druck gekommen, weshalb es nun umso wichtiger ist, dass der Konzern am Donnerstag mit seinen Gesamtjahreszahlen und dem Ausblick überzeugen kann.
Um genau zu sein, hat der Konzern die wichtigsten Zahlen schon vorab veröffentlicht. Jetzt geht es vor allem darum, diese zu bestätigen. Der Umsatz dürfte bei rund 18,6 Milliarden Euro liegen. Beim operativen Ergebnis (EBITDA) erwarten Analysten etwa 3,2 Milliarden Euro – das wäre am oberen Ende der Prognose. Das EBIT soll circa 1,0 Milliarden Euro erreichen.
Da der Gewinn damit unter dem Wert aus dem Jahr 2024 liegen wird, rechnen die Experten für das abgelaufene Jahr auch mit einer niedrigeren Dividende. Wie stark die Auszahlung schrumpfen wird, ist aber noch offen. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 zahlte Hapag-Lloyd noch 8,20 Euro je Aktie.
Wichtig wird jedoch vor allem der Ausblick. Der Fokus liegt dabei einerseits auf der neuen Kooperation mit Maersk, welche unter dem Namen „Gemini“ firmiert. Von der Zusammenarbeit erhofft man sich vor allem sinkende Kosten und dadurch steigende Margen. Andererseits bleiben schwankende Frachtraten aufgrund des Nahost-Konflikts sowie die anhaltenden Umleitungen von Schiffen um das Kap der Guten Hoffnung Unsicherheitsherde.
Nach der jüngsten Schwäche muss Hapag-LLoyd am Donnerstag mit seinen Zahlen überzeugen, um den Bären den Wind aus den Segeln zu nehmen. Kann der Konzern die ausgegebenen Vorab-Zahlen bestätigen und den Markt trotz der herrschenden Unsicherheiten von einer positiven Entwicklung im neuen Geschäftsjahr überzeugen, dann sollte auch die Aktie wieder nach oben drehen können und bald neue Hochs markieren.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Hapag-Lloyd befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 20:00