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17.02.2015 Marion Schlegel

Adidas-Aktie mit großer Aufholjagd: Doch Analysten mahnen zur Vorsicht

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DAX

Die Aktie von Adidas hat seit dem Jahresanfang eine deutliche Aufholjagd aufs Parkett gelegt. Von 54 Euro hat das Papier des Sportartikel-Herstellers zuletzt auf 65 Euro zugelegt. Damit ist die Aktie an das Novemberhoch 2014 bei 67,09 heran gelaufen. Gelingt Adidas nun der Sprung über diese Marke, wäre dies ein starkes positives charttechnisches Signal. Zuletzt hat die Aktie bereits die 200-Tage-Linie überwinden können. Das Rekordhoch, das Anfang 2014 bei 93,22 Euro markiert wurde, ist aber nach wie vor weit entfernt. Eine im Sommer veröffentliche Gewinnwarnung hatte den Titel massiv unter Druck gebracht.


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Nach den jüngsten Kurssteigerungen haben nun auch einige Analysten das Papier wieder näher unter die Lupe genommen. Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Adidas von 64 auf 63 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Die Belastung aus dem massiven Verfall des Rubel werde der Sportartikelkonzern im laufenden Jahr nicht ganz kompensieren können, schrieb Analyst Fred Speirs in einer Studie vom Dienstag. Der Experte reduzierte deshalb seine Ergebnisprognosen für die Jahre 2015 und 2016 um 2,2 beziehungsweise 5,1 Prozent.


Das japanische Analysehaus Nomura hat Adidas ebenfalls auf "Neutral" mit einem Kursziel von 69 Euro belassen. Nach der Veröffentlichung von Eckdaten für das vergangene Jahr habe er seine Schätzungen für den Sportartikelhersteller gesenkt, erklärte Analyst Christopher Walker. Die jüngste Kursstärke der Aktie könnte sich angesichts der bevorstehenden Herausforderungen als verfrüht erweisen. Für eine positivere Einschätzung brauche es eine solide mittelfristige Strategie in Nordamerika und eine bessere Vorhersagbarkeit der Kosten.


Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für Adidas von 58 auf 60 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Die Sorgen hinsichtlich der Wechselkurseffekte dürften mittlerweile hinreichend im Aktienkurs des Sportartikelherstellers abgebildet sein, begründete Analyst Jürgen Kolb das neue Kursziel.


(Mit Material von dpa-AFX)

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