16.12.2018 Benedikt Kaufmann

Activison Blizzard – DER AKTIONÄR wagt den Einstieg!

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Activision Blizzard
Trendthema

An der Börse geht es Schlag auf Schlag. Vor wenigen Monaten war Activision Blizzard noch der gefeierte Spiele-Entwickler, der mit „Call of Duty“ die Aussicht hatte an dem Battle-Royale-Hype mitzuverdienen. Heute ist der Konzern eine Riesenenttäuschung für Fans und Anleger. Die Ursachen dafür sind schnell gefunden.

Schock für Anleger und Fans

Zum einen konnte die zweite Auskopplung aus dem Activision-Franchise „Destiny“ auch im dritten Quartal nicht überzeugen. Laut Unternehmensführung hat sich das Spiel schlechter verkauft als erwartet. Jetzt wurde das Basisspiel sogar kostenlos angeboten und versucht aus Zusatzinhalten und Mikrotransaktionen einen Umsatzrest auszupressen.

Zum anderen hat sich Blizzard auf der firmeneigenen Messe Blizzcon ein PR-Debakel sondergleichen geleistet. Als das große Highlight kündigte der für PC-Spiele bekannte Entwickler einen Mo­bile-Ableger für „Diablo“ an. Ein Schlag ins Gesicht für extra angereiste PC-Enthusiasten, die zudem sehr unglücklich mit einem „Habt ihr denn keine Smartphones?“ abgespeist wurden.

Die Probleme bei „Diablo“ und „Destiny“ fallen sehr ins Gewicht, denn die Entwicklung und Pflege erfolgreicher Franchises ist die Kernessenz eines Gaming-Konzerns. Insbesondere die Top-Marken „Warcraft“, „Call of Duty“ oder „Candy Crush“ konnten zuletzt kaum wachsen. Wie die Grafik zeigt, ist die Zahl der monatlich aktiven Spieler seit 2016 kontinuierlich geschrumpft.

Allein die Zukunft ist entscheidend

Doch wen interessiert an der Börse das Gestern? Wichtig ist, wie sich Activision Blizzard in der Zukunft schlägt. Dabei gilt: Fans sind eine Sache – Umsatzwachstum eine andere. Und ja, es wird kaum einen „Diablo“-Fan geben, der „Diablo 4“ verschmäht, weil in der Zwischenzeit ein Mobile-Game veröffentlicht wurde, das nicht nach ihrem oder seinem Geschmack war. Zudem können die ersten Zahlen zum neuen Teil von „Call of Duty: Black Ops 4“ überzeugen. An dieser Stelle ist auch darauf hinzuweisen, dass die schrumpfenden Spielerzahlen weniger auf Activision oder Blizzard, sondern vielmehr auf den Mobile-Publisher King zurückzuführen sind.

Dennoch bietet Mobile für den Spielekonzern eine Riesenchance, denn Smartphone-Games sprechen die breite Masse der Gelegenheitsspieler an, die einzeln zwar weniger Umsatz liefern, doch zusammen mittlerweile die größte Gamer-Zielgruppe darstellen. Neben „Diablo“ sind laut Unternehmensführung weitere Mobile-Ableger von erfolgreichen Activision- und Blizzard-Franchises geplant. Top, denn es wäre schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, eine erfolgreiche Marke auf eine Plattform zu begrenzen. Activision ist hier auf dem richtigen Weg, wie auch die Kinofilme zu „Warcraft“ oder „Call of Duty“ und das E-Sports-Engagement rund um die „Overwatch League“ zeigen.

Potenzial für Jahrzehnte

Activision Blizzard hat die Chance, vom Gaming- zum Entertainment-Giganten aufzusteigen. Potenzial, das mit einem 19er-KGV von 17 aktuell günstig bewertet ist. Günstiger als in den vergangenen Jahren – 2013 lag das KGV zuletzt unter 17. Was damals folgte, war eine ordentliche Kursrallye. DER AKTIONÄR empfahl bereits in Ausgabe 49/18 wieder bei Activision Blizzard einzusteigen. Hier heißt es dabeibleiben.