11.04.2019 Benedikt Kaufmann

Activision Blizzard: Wieso nicht Mobile?

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Activision Blizzard
Trendthema

Gamer stehen dem Mobile-Trend eher negativ gegenüber. Doch für die Spiele-Konzerne sind Smartphone-Spiele ein riesiger Wachstumsmarkt. Für Activision Blizzard zahlt sich die frühe Investition in den Mobile-Trend noch immer aus. Und der Gaming-Konzern will mehr. Geht auch mehr bei der Aktie?

Mobile-Gaming bleibt wichtigster Trend

Die aktuelle Konsolengeneration um PlayStation 4 und Xbox One neigt sich dem Ende. Und AAA-Titel, am besten noch mit ausgedehnter Singleplayer-Kampagne, sind out. Mobile-Gaming ist dagegen einer der großen Trends am Markt.

Insbesondere Gelegenheitsspieler sprechen die immer aufwendigeren Spiele auf dem Smartphone an. Es hat sich ein gigantischer Markt entwickelt, der im Vergleich zu PC- und Konsolen-Gaming noch satte Wachstumsraten verspricht.

Laut den Marktforschern von SensorTower dürften sich die Umsätze in App-Store und Google Play auf dem weltweiten Mobile-Markt jedes Jahr um durchschnittlich 16,8 Prozent verbessern. Von diesem Wachstum bleibt viel an den Gaming-Konzernen hängen, denn knapp 80 Prozent aller Mobile-Umsätze entfallen auf Spiele-Apps.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Firmen wie Activision Blizzard haben den Trend früh erkannt und investiert. Bereits im November 2015 hat der US-Konzern den Spiele-Entwickler King Digital für 5,9 Milliarden Dollar übernommen. Der anhaltende Erfolg des „Candy Crush“-Franchises zeigt: eine hervorragende Entscheidung des Managements.

Nach aktuellen Daten von SensorTower haben die „Candy Crush“-Spiele im ersten Quartal 2019 einen neuen Umsatzrekord erzielt. Rund 391 Millionen Dollar wurden via App Store und Google Play erlöst. Das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beeindruckend, bedenkt man, dass der erste „Candy Crush“-Titel bereits 2012 auf den Markt kam.

Activision Blizzard gehört mit „Candy Crush“ das erfolgreichste Mobile-Franchise – was sich auch deutlich in der Bilanz zeigt. Im vierten Quartal erzielte der Konzern hier 543 Millionen Dollar bie einer operativen Marge von 38 Prozent.

Zusätzliche Chancen attraktiv bewertet

Trotz des Erfolgs des Konzerns hatte das Management mit einem regelrechten Shitstorm zu kämpfen als weitere Mobile-Spiele angekündigt wurden. Die Blizzard-Franchises wie „Diablo“ oder „Warcraft“ sollen als Mobile-Titel umgesetzt werden. „Diablo Immoratal“ könnte dabei schon Mitte 2019 auf den Markt kommen und insbesondere in China neue Spieler anlocken.

DER AKTIONÄR meint: Die erfolgreichen Blizzard-Franchises auf das Smartphone zu bringen, bedeuten zusätzliche Umsatz- und Gewinnchancen. Wichtig ist jedoch, dass bei einer Umstrukturierung in Richtung Wachstumsmärkte die treuen PC-Fans nicht vergessen werden (Ankündigung Diablo 4?). Das Chance-Risiko-Verhältnis ist hier nach einem schwachen „Destiny 2“ und harte Konkurrenz durch Fortnite und Co wieder attraktiver. Charttechnisch hat die Aktie zudem die 90-Tage-Linie durchbrochen. Anleger bleiben bei dieser Turnaround-Story dabei.