Die Apple-Aktie setzt ihre Aufholjagd fort. Nach einem neuen Rekordhoch am Donnerstag ist der iPhone-Konzern an der Börse wieder bis auf rund 130 Milliarden Dollar an Nvidia herangerückt. Damit schrumpft der Abstand zum derzeit wertvollsten Unternehmen der Welt deutlich. Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Präferenzen am Markt gerade verschieben.
• Apple rückt beim Börsenwert bis auf 130 Milliarden Dollar an Nvidia heran.
• Verzicht auf milliardenschwere KI-Investitionen findet bei Anlegern zunehmend Anklang.
• HSBC stuft die Apple-Aktie auf „Kaufen" hoch und heben das Kursziel auf 366 Dollar an.
Apple ist am Donnerstag rund 1,8 Prozent höher bei 333,26 Dollar aus dem US-Handel gegangen. In der Spitze ist der Kurs bis auf 334,68 Dollar geklettert und hat damit den zweiten Handelstag in Folge ein Rekordhoch erreicht. Bereits am Mittwoch stieg die Aktie um vier Prozent.
Die Marktkapitalisierung kletterte auf etwa 4,89 Billionen Dollar. Die Aktie trennen also nur noch gut 100 Milliarden Dollar oder 2,3 Prozent von der 5-Billionen-Dollar-Marke, die bislang nur Nvidia knacken konnte. Der Chip-Gigant droht derweil unter diese Schwelle zurückzufallen. Auf Schlusskursbasis lag der Börsenwert von Nvidia am Donnerstagabend bei 5,02 Billionen Dollar.
Sofern sich die Dynamik der vergangenen Tage fortsetzt, könnte Apple also bald zum Überholen ansetzen und die Pole Position zurückgewinnen. Zumal der Kursanstieg des Konzerns eng mit immer drängenderen Fragen nach den Kosten des KI-Wettlaufs zusammenhängt.
Kostendisziplin kommt gut an
Während Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta ihre Investitionen in Rechenzentren, Chips und Modelle massiv ausweiten, hält Apple seine Ausgaben vergleichsweise niedrig. Anleger honorieren diese Kapitaldisziplin zunehmend, gerade weil KI-nahe Aktien zuletzt unter Druck gerieten.
Apples Ansatz setzt weniger auf den Aufbau einer eigenen, kapitalintensiven KI-Infrastruktur als auf die Integration leistungsfähiger Modelle in das bestehende Geräte-Ökosystem. Die große installierte Basis aus iPhones, Macs und weiteren Endgeräten verschafft dem Konzern dabei einen direkten Zugang zu Konsumenten. Für Investoren ist entscheidend, ob Apple daraus zusätzliche Nutzung, höhere Kundenbindung und neue Erlöse generieren kann, ohne die Margen durch hohe Investitionen zu belasten.
Frische Kaufempfehlung von HSBC
Der Ansatz von Apple findet auch bei HSBC Anklang. Die Analysten stuften die Apple-Aktie jetzt von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und hoben das Kursziel von 260 auf 366 Dollar an. Sie sehen Apple an einem operativen Wendepunkt. Nach ihrer Einschätzung investiert der Konzern nur rund 2,5 Prozent seines für 2026 erwarteten Umsatzes, während Hyperscaler auf etwa 39 Prozent kommen.
Zugleich verweist HSBC auf eine installierte Basis von 2,5 Milliarden Geräten und eine überarbeitete Apple-Intelligence-Strategie. Die neue Produktpipeline bleibt ein weiterer Faktor: Erwartet werden im Herbst die iPhone-18-Pro-Modelle, 2027 ein iPhone Air sowie ein faltbares Gerät.
Die Apple-Aktie hat einen Lauf und auf Monatssicht gegen den Branchentrend rund zwölf Prozent zugelegt. DER AKTIONÄR hat sie bereits in Ausgabe 27/2026 als einen der Favoriten für das zweite Halbjahr auserkoren – die Empfehlung gilt auch weiterhin. Der damals ebenfalls empfohlene Discount-Call liegt bereits gut 58 Prozent im Plus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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