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Intuitive Surgical mit Top‑Zahlen: Darum fällt die Aktie trotzdem

Intuitive Surgical mit Top‑Zahlen: Darum fällt die Aktie trotzdem
Foto: Intuitive Surgical
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Jan-Paul Fóri Heute, 14:42 Jan-Paul Fóri
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Der Pionier der robotergestützten Chirurgie, Intuitive Surgical, hat im zweiten Quartal erneut bewiesen, dass das operative Geschäft auf Hochtouren läuft. An der Börse zählt jedoch nicht nur der Blick in den Rückspiegel, sondern vor allem der nach vorn. Die nun aufziehenden Wachstumssorgen kommen daher besonders schlecht an und setzen die Aktie unter Druck.

     

  • Intuitive Surgical hat Quartalszahlen veröffentlicht.
  • Wachstumssorgen lassen die Aktie um zehn Prozent fallen.
  • Der Rücksetzer drückt das Papier unter den Stoppkurs von DER AKTIONÄR.

 

Es ist ein klassisches „Sell-the-News“-Szenario garniert mit einer Prise Wachstumsangst. Intuitive Surgical hat seine Hausaufgaben gemacht: Mit einem Umsatz von 2,89 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn von 2,80 Dollar je Aktie ließ der Konzern die Erwartungen der Analysten (2,82 Milliarden Dollar Umsatz und 2,51 Dollar Gewinn je Aktie) deutlich hinter sich. Doch statt starker Kursgewinne steht vorbörslich ein herber Dämpfer zu Buche.

Warum reagiert der Markt so allergisch, wenn die Zahlen eigentlich stimmen? Der Blick in die Details verrät den Grund für die neuen Sorgenfalten. Zwar wuchs die Zahl der Eingriffe mit dem Da-Vinci-Operationssystem weltweit um 15 Prozent, doch in den USA – dem wichtigsten Heimatmarkt – verlangsamte sich das Wachstum auf zwölf Prozent (nach 14 Prozent im ersten Quartal). 

Das Da-Vinci-Operationssystem ist das unangefochtene Hauptprodukt des Herstellers und hat den Markt für roboterassistierte Chirurgie maßgeblich geprägt: Dabei steuert der Chirurg über eine Konsole hochpräzise Roboterarme, die selbst bei komplexen Eingriffen durch kleinste Schnitte agieren können. Da das Unternehmen in hohem Maße von der Verbreitung und Nutzung dieser Technologie abhängig ist, wird eine Wachstumsdelle im US-Markt besonders negativ aufgefasst.

Das Management lieferte direkt eine Erklärung, die bei Wachstumswerten wie Intuitive jedoch sofort aufhorchen lässt: Änderungen bei den Subventionen für die Gesundheitsversorgung (ACA-Prämien) führen dazu, dass manche Patienten Eingriffe aufschieben. Zudem spricht das Unternehmen von einer „natürlichen Normalisierung“ nach einer Phase extrem starken Wachstums.

Konservativer Ausblick trifft hohe Bewertung

Erschwerend kommt hinzu, dass Intuitive Surgical seine Prognose für das Gesamtjahr zwar bestätigt, aber keine weiteren Ambitionen auf das Erreichen des oberen Ende der Spanne (13,5 bis 15,5 Prozent Wachstum bei den Eingriffen) signalisiert. Man rechnet eher mit dem Mittelwert.

Intuitive Surgical (WKN: 888024)

Für eine Aktie, die mit einem erwarteten 2027er-KGV von 38 gehandelt wird, ist das in einem derzeit nervösen Marktumfeld zu wenig. Anleger hinterfragen zunehmend, ob das Quasi-Monopol von Intuitive Surgical angesichts neuer Konkurrenz durch Medtronic und Johnson & Johnson dauerhaft so hohe Bewertungsaufschläge rechtfertigt wie in der Vergangenheit. Vorbörslich fällt die Aktie um zehn Prozent. 

Durch den Kurssturz fällt das Papier unter den Stoppkurs des AKTIONÄR bei 310 Euro. Anleger ziehen die Reißleine. Ein Neueinstieg drängt sich aktuell nicht auf zuerst muss die Talfahrt gestoppt werden. 

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