28.02.2019 Thomas Bergmann

7. Dividendenerhöhung in Folge, 5,7% Dividendenrendite - und keiner will die Aktie!

-%
DAX
Trendthema

Dieses Immobilienunternehmen hat auf Basis vorläufiger Ergebnisse die eigenen Prognosen zum Teil deutlich übertroffen. Zudem soll die Dividende das siebte Jahr in Folge erhöht und damit die Dividendenrendite auf 5,7 Prozent gesteigert werden. Der Kursverlauf der Aktie ist vor diesem Hintergrund kaum nachzuvollziehen, denn seit Monaten geht es bis auf wenige Ausnahmen nur bergab.

Mancher Leser mag schon richtig geraten haben. Es handelt sich um den Shoppingcenter-Betreiber Deutsche Euroshop. Nach vorläufigen Zahlen lagen Umsatz, Gewinn und FFO teilweise deutlich über den konzerneigenen Prognosen. Das Unternehmen will deshalb die Dividende - zum siebten Mal in Folge - auf 1,50 Euro pro Aktie erhöhen (+3,4 Prozent). Das entspricht einer Dividendenrendite von 5,7 Prozent.

Eklatant ist mittlerweile der Abschlag auf den Net Asset Value (NAV), den Substanzwert des Unternehmens. Der beträgt beinahe 40 Prozent und suggeriert milliardenschwere Abschreibungen auf das Immobilienvermögen, womit die Euroshop in den nächsten Jahren konfrontiert werden könnte.

Tatsächlich lag das Bewertungsergebnis bei minus 58 Millionen Euro und spiegelt das schwierige Umfeld für den stationären Einzelhandel wider. Doch die Euroshop weist immer noch einen Vermietungsstand von 99 Prozent aus und konnte die Umsätze um 0,4 Prozent steigern. Der Vorstand gibt sich entsprechend zufrieden.

In Sippenhaft

Nicht viel besser ergeht es dem großen Konkurrenten Unibail-Rodamco-Westfield (URW). Das französisch-australische Unternehmen kommt sogar auf eine Dividendenrendite von 7,6 Prozent, doch die Aktie schafft es nicht auf die Beine. Offensichtlich ist die Angst der Investoren, dass die Shoppingcenter durch den Online-Handel disruptiert werden, zu groß.

Geduld gefragt

Die Bewertung einer Deutschen Euroshop ist salopp gesagt ein Witz. Doch der Markt neigt sehr oft zu Übertreibungen - in beide Richtungen. Dem Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als Jahr für Jahr solide Zahlen zu präsentieren. Möglicherweise springt die Aktie dann auch eines Tages an. Wer hier investiert, braucht also Geduld.