++ Verrückte Börsen – 150 Prozent Potenzial ++

‑20 Prozent: Versorger‑Crash – Dividendenperle säuft ab

‑20 Prozent: Versorger‑Crash – Dividendenperle säuft ab
Foto: Anueing/iStock
Michael Herrmann Heute, 17:21 Michael Herrmann
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Zwei große Versorger-Aktien rauschen am Montag zeitweise rund 20 Prozent in die Tiefe. Letztere ist vor allem bei Dividendenjägern beliebt. Der Grund für den heutigen Kurssturz: eine überraschende politische Entscheidung rund um milliardenschwere Forderungen. Für einen DAX-Dividendenliebling könnte das hingegen positiv sein.

  • Kurssturz: PG&E und Edison International verlieren zeitweise rund 20 Prozent.
  • Grund: Kalifornien schränkt die Regressrechte der Versicherer vorerst nicht entscheidend ein.
  • Munich Re als möglicher Profiteuer: Die Schadenlast der Versicherer dürfte so begrenzt bleiben.

Die Aktien von PG&E und Edison International verlieren am Montag zeitweise rund 20 Prozent. Der Grund: Kalifornien schützt die Versorger vorerst nicht so stark vor milliardenschweren Waldbrandforderungen wie von Anlegern erhofft.

Im Zentrum steht die sogenannte Subrogation. Sie erlaubt es Versicherern, bereits geleistete Entschädigungen vom mutmaßlich verantwortlichen Versorger zurückzufordern. Gouverneur Gavin Newsom wollte dieses Recht deutlich beschneiden. Die Legislative blockierte den Vorstoß jedoch. Die Regressrechte bleiben damit im Kern bestehen.

Die Einigung sieht stattdessen schnellere Zahlungen an Brandopfer, Einschränkungen beim Verkauf von Regressansprüchen an Hedgefonds sowie eine Begrenzung von Anwaltsgebühren vor. Zudem sollen Vorstände in Jahren mit tödlichen, von ihren Unternehmen verursachten Waldbränden keine Boni erhalten.

Für PG&E und Edison bedeutet das: Die Haftungsrisiken bleiben hoch. PG&E musste bereits 2019 nach milliardenschweren Waldbrandforderungen Insolvenz anmelden. Edison steht wegen des Eaton Fire von 2025 unter Druck, das mutmaßlich durch Anlagen der Tochter Southern California Edison ausgelöst wurde. Edison bestreitet ein Fehlverhalten.

Wo Verlierer sind, da sind freilich auch Gewinner. Für Versicherer und Rückversicherer wie Munich Re ist die Entscheidung positiv. Können Versicherer ihre Zahlungen bei den Versorgern zurückholen, sinkt ihre eigene Schadenlast – und damit grundsätzlich auch die Belastung der Rückversicherer.

Wären die Regressrechte weggefallen, hätten Versicherer einen größeren Teil der Schäden selbst tragen müssen. Branchenvertreter warnten deshalb vor höheren Hausversicherungsprämien. Die kalifornische Versicherungsdebatte ist damit zwar nicht gelöst, ein zusätzlicher Belastungsschub für die Branche bleibt aber zunächst aus.

Ein direkter Kurstreiber für Munich Re ist die Entscheidung nicht. Langfristig können hohe Waldbrandschäden jedoch die Rückversicherungspreise erhöhen – und damit die Ertragschancen großer Anbieter wie Munich Re verbessern. Dem stehen aber auch höhere Risiken durch eine zunehmende Waldbrandgefahr gegenüber.

Edison International (WKN: 887629)

Der erwartete politische Schutz bleibt aus. Der Absturz von PG&E und Edison ist daher nachvollziehbar. Für Munich Re ist die Nachricht indirekt positiv, weil die Regressrechte der Versicherer weitgehend erhalten bleiben. Der Streit über die Verteilung der Waldbrandkosten dürfte Anleger aber weiter beschäftigen. Edison und PG&E sind keine AKTIONÄR-Empfehlungen. Munich Re hingegen schon. Das liegt aber weniger an der heutigen Meldung als an der generellen fundamentalen Qualität des Versicherungsriesen. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.

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