Die Rally läuft >> wo kaufen, wo Gewinne mitnehmen
Foto: Börsenmedien AG
11.05.2016 Thorsten Küfner

Gazprom: Gaspreis im Sinkflug – jetzt verkaufen?

-%
Gazprom

Die Aktie von Gazprom konnte sich ausgehend von den Tiefstständen im Januar deutlich erholen. Allerdings hat der Erdgasriese noch mit Gegenwind zu kämpfen. So dürften etwa die Gaspreise weiter unter Druck stehen. Denn in vielen Verträgen sind die Preise noch an den Ölpreis gekoppelt – mit etwa sechs- bis neunmonatiger Verzögerung.

Da die Ölpreise ihr Tief im Januar markiert haben, könnten die Gaspreise also bis in den Sommer hinein noch fallen. Zumal allmählich auch die Konkurrenz durch norwegisches Gas oder LNG-Tanker aus den USA (was man allerdings nicht überbewerten sollte) weiter steigt. Experten gehen davon aus, dass der Preis für russisches Gas von aktuell rund 150 Dollar je 1.000 Kubikmeter auf nur noch 100 Dollar sinken könnte – vor einigen Jahren waren es noch mehr als 400 Dollar gewesen. Ähnlich wie am Ölmarkt übersteigt das Angebot auf dem Gasmarkt die Nachfrage immer noch. Mit einer raschen starken Erholung der Gaspreise – auf dem Spotmarkt genauso wie bei den jeweiligen Vertragspreisen von Gazprom und seinen Abnehmern – ist daher vorerst nicht zu rechnen.

Foto: Börsenmedien AG

Keine Panik
Trotz des aktuell schwierigen Marktumfeldes mit den sinkenden Gaspreisen – was allerdings schon längst im Kurs eingepreist sein sollte – bleibt Gazprom auch in diesem Jahr hochprofitabel und dürfte etwa 13,5 Milliarden Dollar verdienen (zum Vergleich: 2011 lag der Überschuss sogar bei über 40 Milliarden Dollar). Die Bewertung der Aktie ist mit einem 2016er-KGV von 4, einem KBV von 0,3 und einer Dividendenrendite von knapp fünf, womöglich sogar zehn Prozent, sehr günstig. Mutige Anleger können zugreifen (Stopp: 3,10 Euro).

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7

DER AKTIONRÄR +
9,95 1,99 €/Monat in den ersten 6 Monaten
Jetzt testen