AMSTERDAM/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erwartung eines erneut schwierigen Jahres für die Branche hat Chemieaktien am Freitag belastet. So dürften laut Analyst Alex Sloane von der britischen Barclays-Bank 2026 maue Absatzvolumina, eine träge Preisentwicklung sowie fragile Endmärkte das Geschehen prägen.
Für den europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600
So rangen Chemieunternehmen nicht nur mit den Problemen in Deutschland und Europa, sondern auch unter der seit Jahren andauernde schweren Immobilienkrise in China. Zudem drängen zunehmend chinesische Chemieunternehmen mit Exporten nach Europa.
Die Auslastung der Branche bleibe nahe historischer Tiefststände, chinesische Exporte drückten weiter die Preise in wichtigen Lieferketten, und Endmärkte wie Bau sowie Beschichtungen und Klebstoffe zeigten nur begrenzt Anzeichen eines nachhaltigen Aufschwungs, so Barclays-Experte Sloane.
Besonders vorsichtig blickt der Experte auf Solvay, Arkema und Lanxess
Im Leitindex Dax
Chinas Regierung versucht zwar die Überkapazitäten in vielen Branchen, die auch im Land selbst zu einem harten Preiskampf führen, einzudämmen. Sollte diese Kampagne Erfolg habe, wäre das äußerst positiv auch für europäische Chemieunternehmen, erklärte Branchenexperte Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan.
Ob sie wirkt, ist laut Udeshi aber schwer einzuschätzen, wirkliche Belege gebe es nicht. Daher blieben die Aussichten für eine deutliche Gewinnerholung aufgrund des anhaltenden strukturellen Drucks vorerst ungewiss./mis/err/jha/
Quelle: dpa-AFX