Novo (früher: Novo Nordisk) hat am Donnerstag zwei spannende Nachrichten veröffentlicht. Der dänische Pharmakonzern kooperiert mit Orbis Medicine bei der Entwicklung neuer Therapien gegen kardiometabolische Erkrankungen. Zugleich erhielt ein Mittel gegen Hämophilie A eine positive Empfehlung.
Im Rahmen der Partnerschaft steuert Novo seine KI-gestützte nGen-Plattform bei. Die mögliche Allianz sieht vor, dass die beiden Unternehmen gemeinsam an sogenannten „Makrozyklen“ arbeiten, aus denen oral einzunehmende Therapien gegen kardiometabolische Erkrankungen hervorgehen könnten. Novo will sich zudem strategisch an Orbis beteiligen.
Auch für Orbis könnte sich die Zusammenarbeit auszahlen, insbesondere finanziell. Vorgesehen sind Vorauszahlungen sowie mögliche Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine von bis zu 1,4 Milliarden Dollar. Hinzu kommen gestaffelte Lizenzzahlungen auf künftige Medikamentenumsätze. Orbis-Chef Morten Graugaard sieht in der Kooperation die Chance, eine neue Generation oraler Arzneimittel zu entwickeln.
Parallel dazu hat der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung von Frehemgo empfohlen. Frehemgo richtet sich an Erwachsene und Kinder mit Hämophilie A – mit oder ohne Inhibitoren.
Grundlage sind Daten aus dem FRONTIER-Studienprogramm. Der bispezifische Antikörper senkte die jährliche Blutungsrate stärker als frühere vorbeugende Faktorbehandlungen und Therapien bei Bedarf. Nun muss die Europäische Kommission entscheiden. Bei einer Genehmigung könnte Frehemgo als Einmal-Fertigpen für eine monatliche, zweiwöchentliche oder wöchentliche Prophylaxe angeboten werden. Der erste Marktstart in einem ausgewählten europäischen Land ist für das vierte Quartal 2026 geplant, die EU-weite Einführung soll Anfang 2027 folgen.
Die Aktie von Novo hat sich zuletzt stabilisiert. Am heutigen Freitag geht es 1,4 Prozent nach oben. Kurzfristig im Fokus steht aber ein anderer wichtiger Termin: Am Montag, den 21. September, findet der Kapitalmarkttag von Novo statt. Er biete für das Management eine wichtige Gelegenheit darzulegen, wie man mittelfristig mit den Problemen klarkommen und langfristig weiteres Wachstum erzielen will. Derzeit ist bei der Aktie Geduld gefragt. Charttechnisch wäre die Rückeroberung der 50-Tage-Linie ein wichtiges positives Signal.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
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