In der vergangenen Handelswoche hat der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer mit der Verschiebung des Geschäftsberichts für das Fiskaljahr 2024/25 und der Ankündigung weiterer Wertminderungen für lange Gesichter gesorgt. Die Analysten reagieren indes mit teils deutlichen Kurszielsenkungen sowie kritischen Kommentaren.
Berenberg hat den Zielkurs um ein Drittel auf nun 20 Euro gesenkt, die Einstufung lautet weiterhin "Hold". Der angekündigte Verkauf der US-Tochter Centor könnte ein "Rettungsanker" für Gerresheimer sein, so Analyst Christian Ehmann in seinem Research-Update. Ehmanns Vertrauen in die Ertragsqualität des Unternehmens werde allerdings neben den Bilanzierungsunregelmäßigkeiten auch von wesentlichen Wertminderungen, einer schwächeren Profitabilität und der im Konsensvergleich enttäuschenden Guidance untergraben, heißt es weiter.
Auch die Analysten der Deutschen Bank reagieren zum Start in die neue Handelswoche: Der faire Wert wurde von 34 Euro auf nun 22 Euro zusammengestrichen, das Votum lautet unverändert "Hold".
Der angestrebte Verkauf der US-Tochter Centor könnte die bilanzielle Situation des hoch verschuldeten Spezialverpackungsherstellers merklich verbessern. Per Ende des dritten Quartals 2025 (bis Ende August) saß die im SDAX gelistete Firma auf einer Nettoverschuldung in Höhe von 1,93 Milliarden Euro. Dem gegenüber standen Cashreserven von lediglich 146 Millionen Euro.
Vor gut zehn Jahren wurde Centor für 725 Millionen US-Dollar ohne Barmittel und Schulden von den Düsseldorfern akquiriert.
Gerresheimer steckt tief in der Krise, was sich unschwer am Kursverlauf der Aktie ablesen lässt. Interessierte Anleger sollten keineswegs ins fallende Messer greifen und klare operative sowie bilanzielle Verbesserungen abwarten. Trotz der optisch günstigen Kurse überwiegen derzeit die Risiken.
Heute, 08:39