Die Erholung der Gerresheimer-Aktie wird am Dienstag abgewürgt. Zur Stunde verlieren die Anteile des Düsseldorfer Spezialverpackungsherstellers rund fünf Prozent an Wert und gehört damit zu den schwächsten Papieren auf dem deutschen Kurszettel. Für Abgabedruck sorgt ein kritischer Analystenkommentar.
Die britische Bank Barclays hat den SDAX-Absteiger von "Equal Weight" auf "Underweight" abgestuft. Zudem wurde der Zielkurs um vier Euro auf nun 19 Euro reduziert, was einem Downside-Potenzial von 17 Prozent entspricht.
Die Abstufung hat Analyst Jonathon Unwin vorgenommen, der bei Barclays fortan den Bereich für das Universum der Spezialverpackungshersteller genauer unter die Lupe nimmt. Unwin bevorzugt im Sektor die Hersteller von Injektionssystemen wie Ypsomed vor den Produzenten von Fläschchen, Ampullen und Karpulen wie eben Gerresheimer.
Der Barclays-Analyst sorgt sich in seiner Studie zudem über die Strategie, Ermittlungen der Finanzaufsicht und Kapitalstruktur der Düsseldorfer. Hintergrund: Bei Gerresheimer sind Bilanzunstimmigkeiten aufgetreten, die zu einer Verschiebung des testierten Jahres- und Konzernabschluss 2025 führen. Im Juni soll dieser nun vorliegen. Wichtig war in diesem Zusammenhang die Zustimmung der Kreditgeber, die der Spezialverpackungshersteller Mitte April vermelden konnte.
Die Verzögerungen hatten zudem folgen für den SDAX-Verbleib: Gerresheimer musste den Platz für den Smart-Home-Spezialisten Shelly räumen, der mit dem schwedischen AKTIONÄR-Hot-Stock Plejd konkurriert.
Die Gemengelage bei Gerresheimer ist nach wie vor schwierig. Essenziell bleiben die nun geplante Vorlage des testierten Jahres- und Konzernabschluss 2025 im Juni und der schnelle Schuldenabbau. Nach Ansicht des AKTIONÄR ist das Chance-Risiko-Verhältnis immer noch nicht stimmig, Anleger bleiben vorerst lieber an der Seitenlinie.
Heute, 10:43