Der Life-Science-Riese Danaher will für knapp zehn Milliarden Dollar die Masimo Corporation einverleiben. Mit dem Zukauf verstärken sich die Amerikaner im Bereich nichtinvasiver Technologien zur Patientenüberwachung. Indes schwindet durch den angekündigten Deal etwas die Übernahmefantasie beim Hildener Diagnostik-Spezialisten Qiagen.
Danaher bietet 180 Dollar je Masimo-Aktie beziehungsweise 9,9 Milliarden Dollar für das Medizintechnik-Unternehmen. Der Mischkonzern greift für den Zukauf recht tief in die Tasche und bezahlt das 18-fache erwartete EBITDA für 2027. An der Börse findet die angekündigte Akquisition keinen regen Anklang: Die Danaher-Aktie verliert gut fünf Prozent.
Das Papier von Masimo schießt hingegen um rund 35 Prozent nach oben und nähert sich dem Kaufangebot von Danaher an. Der Medizintechnik-Zukauf sorgte in der Vergangenheit mit einem Patentstreit mit keinem geringeren als Apple für Schlagzeilen. Mitte November wurden Masimo ein Schadenersatz in Höhe von 634 Millionen Dollar zugesprochen.
Qiagen-Aktie gibt nach
Dass Danaher nun nach Masimo greift, wirkt sich negativ auf das Papier von Qiagen aus. Hintergrund: Im Januar berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg über potenzielles Kaufinteresse am DAX-Unternehmen. In Branchenkreisen wurde auch Danaher als potenzieller Käufer genannt.
Qiagen hatte vor wenigen Jahren bereits ein offizielles Übernahmeangebot von Thermo Fisher vorliegen. Die Offerte scheiterte allerdings an der Zustimmung der Qiagen-Aktionäre.
Danaher kauft sich anorganisches Wachstum relativ teuer ein, was am Markt nicht gut ankommt. Anleger bleiben an der Seitenlinie. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass es kein Gegenangebot für Masimo geben wird, weshalb investierte Anleger das Angebot des Mischkonzerns annehmen sollten. Das Papier von Qiagen sollte hingegen einen Platz auf der Watchlist haben.
Heute, 15:01