Vergangene Woche hat die deutsche mRNA-Hoffnung BioNTech eine Phase-2-Studie mit einem potenziellen personalisierten Krebsimpfstoff bei Darmkrebs eingestellt. Ausgerechnet in dem Bereich, wo AKTIONÄR-Depotwert Moderna vor Kurzem für positive Schlagzeilen sorgte, müssen die Mainzer ihre Ambitionen zurückschrauben.
Die Analysten von JPMorgan sind indes vom negativen BioNTech-Update zum Projekt mit dem Pharma-Partner Genentech (zu Roche gehörend) "nicht überrascht". Die Entscheidung erfolge aufgrund einer neuen Empfehlung des Datenüberwachungskomitees (DSMB), die Studie zu stoppen. Grund dafür war ein numerisches Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben (OS); eine Fortsetzung der Studie würde das Wirksamkeitsergebnis voraussichtlich nicht mehr verändern, so die US-Bank in einem Update nach der Entscheidung von BioNTech.
Das DSMB habe laut JPMorgan bereits im vergangenen Jahr unverbindlich empfohlen, die Studie nach Überschreiten der sogenannten Futility-Grenze – also der Grenze, ab der ein Erfolg als unwahrscheinlich gelte – zu beenden. "BioNTech setzte die Studie jedoch fort, da das Unternehmen die Daten noch nicht für ausgereift hielt und zugleich keine Sicherheitsprobleme festgestellt worden waren", heißt es weiter.
Aus einer übergeordneten Perspektive sei diese Nachricht zwar enttäuschend, sie ändere jedoch insgesamt nichts an unserer Einschätzung von BioNTech, so JPMorgan.
Unabhängig von der gestoppten Darmkrebs-Studie setzt BioNTech hingegen die klinische Entwicklung des personalisierten Krebsimpfstoffes BNT122 (Autogene Cevumeran) bei Bauchspeicheldrüsenkrebs fort. Doch die Zweifel an einem positiven Studienergebnis sind nun gewachsen. Wie Darmkrebs gelten auch Pankreaskarzinome als "kalte Tumortypen", die vom Immunsystem kaum erkannt werden. Melanome hingegen werden der Klasse der "heißen Tumoren" zugeordnet – und hier konnte Moderna in Kombination mit Keytruda von Merck & Co hingegen positive Ergebnisse erzielen.
Die Kursgewinne bei der BioNTech-Aktie, die im Zuge der Moderna-News angefallen sind, haben sich inzwischen deutlich reduziert. Sowohl fundamental als auch charttechnisch gibt Moderna derzeit klar die bessere Figur ab und gibt den Ton an. Die Restposition verbleibt im AKTIONÄR-Depot – aktuelles Kursplus: 160 Prozent. Weitere Details zu Moderna und Co erhalten Sie im MoneyTrain-Podcast: "Moderna-Kurssprung – und jetzt? Markt, Rivalen, Risiken!"
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna, BioNTech, Merck & Co.
Aktien von Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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