Kräftig nach unten ging es am Mittwoch bei der Aktie von Moderna. Mit einem Minus von mehr als fünf Prozent war sie der zweitstärkste Verlierer des Tages im S&P 500. Nur Jabil musste noch größere Verluste einstecken. Belastet hat das Papier eine Abstufung durch die Citi.
Die Bewertung sei nach dem kräftigen Anstieg nicht mehr zu rechtfertigen, begründet die Bank den Schritt. Das Kursziel wurde von 60 auf 80 Dollar nach oben angepasst, was allerdings klar unter dem aktuellen Kurs von 192,57 Dollar liegt.
Seit dem Erfolg einer Phase-3-Studie mit dem gemeinsam mit Merck & Co entwickelten Krebsimpfstoff Intismeran Autogene gegen Melanome im August ist die Aktie von Moderna um mehr als 200 Prozent gestiegen. Citi-Analyst Geoff Meacham weist darauf hin, dass der SPDR S&P Biotech ETF von State Street, den er als Vergleich für die Branche heranzieht, im selben Zeitraum zwei Prozent nachgegeben hat.
Meacham traut dem personalisierten Wirkstoff zwar zu, sich bei Melanomen zu einer führenden Behandlung zu entwickeln. Der Kursanstieg spiegele inzwischen aber auch Erfolge bei zahlreichen weiteren Krebsarten wider – und damit aus seiner Sicht zu hohe Erwartungen an den künftigen Umsatz. Die aktuelle Bewertung setze eine erfolgreiche Ausweitung auf viele Tumorarten bereits voraus.
In seiner Barwertanalyse kommt der Citi-Analyst auf rund 100 Dollar je Aktie. Dabei unterstellt er für die führenden Krebsimpfstoff-Programme sogar eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 100 Prozent. Damit Moderna rechnerisch auf etwa 200 Dollar je Aktie käme, wären nach Meachams Einschätzung jährlich rund 26 Milliarden Dollar Umsatz mit Krebsmedikamenten nötig. Die Hälfte davon müsste auf Moderna entfallen. Diese Erlösannahme wäre nahezu siebenmal so hoch wie Citis eigene Prognose. Der Analyst hält die im Kurs eingepreisten Umsatz- und Erfolgserwartungen für überzogen. Daraus ergebe sich ein ungünstiges Chancen-Risiko-Verhältnis: Das Rückschlagpotenzial wiege schwerer als die Aussicht auf weitere Kursgewinne.
AKTIONÄR-Leser können sich derweil aber beruhigt zurücklegen. Am 11. Mai hat DER AKTIONÄR das Papier von Moderna zum Kurs von 48,62 Euro ins AKTIONÄR-Depot gekauft. Das Kursplus beträgt auch nach dem Rücksetzer von Mittwoch stolze 296 Prozent. Auch DER AKTIONÄR sieht die Bewertung aber mittlerweile als extrem sportlich an, weswegen zwischenzeitlich auch Teilgewinne mitgenommen wurden. Die Restposition bleibt eine Halteposition.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna.
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 07:59
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