Die Neubewertung der Aktie des US-amerikanischen mRNA-Spezialisten Moderna hat sich am Dienstag fortgesetzt. Bei 187,20 Dollar konnte der Biotech-Titel ein neues Mehrjahreshoch markieren. Zum Handelsende ging das Papier mit einem Plus von rund 5,5 Prozent auf 182,56 Dollar aus dem Handel.
Inzwischen spendiert der Markt dem Impfstoff-Entwickler wieder einen Börsenwert von knackigen 73 Milliarden Dollar. Vor der Bekanntgabe, dass Moderna einen Phase-3-Erfolg bei einem personalisierten Krebsimpfstoff bei schwarzem Hautkrebs erzielt hat, lag die Marktkapitalisierung bei rund 25 Milliarden Dollar. Ergo: Die zurückgekehrte mRNA-Fantasie im Bereich der Onkologie sorgte in etwa für eine Kursverdreifachung.
Im Oktober müssen Moderna und der Projektpartner Merck & Co allerdings mit den detaillierten Daten auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Madrid den Kapitalmarkt überzeugen. Das Forschungsduo darf sich keinen Fauxpas leisten, denn durch die extreme Neubewertung (auch begünstigt durch eine hohe Quote an Leerverkäufern) droht im Falle einer Enttäuschung ein massiver Kursrückschlag.
BioNTech: Fantasie verpufft
Ein völlig anderes Bild gibt derzeit der deutsche mRNA-Spezialist BioNTech ab. Jegliche Fantasie, die nach dem Moderna-Coup aufgekommen ist, hat der Kapitalmarkt wieder ausgepreist. Vor allem die Einstellung einer Studie mit einem ähnlichen Ansatz im Bereich der personalisierten Krebsimpfstoffe nagt am Investorenvertrauen (DER AKTIONÄR berichtete).
Immerhin: Mitte September konnte BioNTech bei anderen Projekten über gute Ergebnisse berichten. Gotistobart überzeugte bei einer bestimmten Lungenkrebsform.
Im mRNA-Universum gibt derzeit ganz klar Moderna den Ton an. Die Bewertung ist allerdings inzwischen sportlich und die gewonnenen rund 50 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung müssen entsprechend mit weiteren Daten am 24. Oktober im Rahmen des ESMO-Meetings unterfüttert werden. Halteposition. Die Moderna-Aktie liegt seit dem Kauf im AKTIONÄR-Depot Mitte Mai satte 231 Prozent im Plus. Das Papier von BioNTech ist hingegen derzeit kein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna, BioNTech, Merck & Co.
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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