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Volkswagen: Traton, Seat, fünftes Werk – jetzt will Blume es wissen

Volkswagen: Traton, Seat, fünftes Werk – jetzt will Blume es wissen
Foto: Sven Hoppe/picture alliance/dpa
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Michael Herrmann Heute, 19:29 Michael Herrmann
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Die Volkswagen-Aktie hat am Donnerstag deutlich zugelegt. Der Autobauer könnte Beteiligungen verkaufen und damit seine finanzielle Position stärken könnte. Gleichzeitig sorgen Berichte über weitere Werksschließungen und ein Aus der Marke Seat für Aufsehen. Konzernchef Oliver Blume macht nun offenbar ernst mit harten Sparmaßnahmen.

  • Volkswagen-Aktie steigt um 3,6 Prozent an die DAX-Spitze.
  • Fünftes Werk und 60.000 Stellen stehen offenbar auf der Kippe.
  • Seat könnte bis spätestens Ende 2029 eingestellt werden.

Die Aktien von Volkswagen sind am Donnerstag um 3,6 Prozent gestiegen. Damit belegten die Wolfsburger den ersten Platz im deutschen Leitindex DAX.

Auslöser der Kursgewinne war ein Bericht der WirtschaftsWoche. Demnach könnte sich Volkswagen von Beteiligungen an Unternehmen trennen. Mögliches Beispiel sei eine Reduzierung der Beteiligung an der Nutzfahrzeugtochter Traton. Volkswagen könnte seinen Anteil demnach von derzeit 87 auf 75 Prozent zurückfahren. Die Traton-Aktie legte am Donnerstag um 2,5 Prozent auf 37,42 Euro zu.

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass vier deutsche Werke vor dem Aus stehen könnten. Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf ein internes Papier für den VW-Aufsichtsrat berichtete, soll die Produktion in Emden und Zwickau im Jahr 2031 enden. Für Hannover sei das Produktionsende im Jahr 2032 vorgesehen, für das Audi-Werk in Neckarsulm im Jahr 2034.

Volkswagen hat die konkreten Pläne bislang nicht kommentiert. Die Produktion soll dem Bericht zufolge jedoch nicht ersatzlos wegfallen, sondern innerhalb des Konzerns verlagert werden. Der Nachfolger des ID.4, intern als ID.Tiguan bezeichnet, soll künftig im Škoda-Werk im tschechischen Mladá Boleslav gebaut werden. Der Nachfolger des Audi Q4 e-tron könnte in Bratislava vom Band laufen.

Nun berichtet auch das Recherchenetzwerk Correctiv unter Berufung auf ein Konzept des Vorstands für den Aufsichtsrat, dass sogar ein fünftes Werk geschlossen werden müsse. Aus Managementkreisen hieß es dem Bericht zufolge, dass es den Standort Győr in Ungarn treffen könnte.

Zudem könnten bis 2030 rund 60.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Damit würde der mögliche Stellenabbau deutlich höher ausfallen als die bislang genannten 50.000 Stellen.

Auch die spanische Marke Seat steht laut dem Bericht auf dem Prüfstand. Sie soll „bis spätestens Ende 2029“ eingestellt werden, um Kosten zu reduzieren. Ob und in welcher Form die Pläne umgesetzt werden, ist derzeit offen.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Volkswagen-Chef Oliver Blume stellt jetzt offenbar grundlegende Strukturen infrage. Der Verkauf von Beteiligungen könnte kurzfristig finanzielle Spielräume schaffen. Werksschließungen, Produktionsverlagerungen und ein möglicher Abschied von Seat würden zugleich einen tiefen Einschnitt in die bisherige Konzernstruktur bedeuten.

Ob die Pläne den Aufsichtsrat passieren, ist allerdings offen. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen dürften auf einen hartnäckigen Widerstand setzen. Anleger bleiben daher trotz des Kursgewinns am Donnerstag an der Seitenlinie. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..

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