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12.01.2022 Jochen Kauper

Volkswagen: Absatzeinbruch!

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Volkswagen Vz.

Die Chipkrise und weitere Zulieferprobleme haben die Verkäufe bei Volkswagen im zweiten Corona-Jahr 2021 noch einmal empfindlich abrutschen lassen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sanken die Auslieferungen der Konzern-Kernmarke VW-Pkw in den vergangenen zwölf Monaten verglichen mit dem pandemiebedingt schon schwachen Jahr 2020 zuletzt um weltweit 8,1 Prozent.

Insgesamt wurden die Wolfsburger knapp 4,9 Millionen Fahrzeuge ihrer Hauptsparte los, nach etwas mehr als 5,3 Millionen im Jahr davor. Besonders stark abwärts ging es in China, Nordamerika legte zu. "Die massiven halbleiterbedingten Auswirkungen auf die Produktion waren im Jahresverlauf nicht vollumfänglich zu kompensieren", erklärte Vertriebsvorstand Klaus Zellmer. In Anbetracht dieser "außerordentlich herausfordernden Bedingungen" sei das Abschneiden beim Absatz insgesamt aber noch zufriedenstellend.

Deutlich besser lief es, wenn man statt aller Antriebsarten nur die hybriden oder vollelektrischen Autos berücksichtigt. Dann zeigte sich laut Volkswagen 2021 gegenüber 2020 ein sehr starkes Plus der Auslieferungen von rund 73 Prozent auf über 369 000 verkaufte Modelle. Darunter seien rund 263 000 reine Stromer gewesen.

Jedoch kämpft VW nach wie vor im wichtigsten Einzelmarkt der Welt China um Marktanteile. Der Absatz ist 2021 um knackige 14 Prozent zurückgegangen. Als Grund nannte der noch amtierende VW-China-Chef Stephan Wöllenstein am Dienstag vor Journalisten in Peking den Mangel an Halbleitern und die Probleme in den Lieferketten.

Der Marktanteil der Volkswagen-Gruppe in China, der lange bei 14 oder 15 Prozent gelegen hatte, fiel auf 11 Prozent. In diesem Jahr will die Volkswagengruppe aber wieder kräftig aufholen, wie Wöllenstein sagte. Während der Gesamtmarkt um vier Prozent wachsen soll, will Volkswagen um 15 Prozent zulegen.

Ehrgeizig. Allen voran deshalb, weil zuletzt der Absatz der Elektro-Autos der ID-Familie von Volkswagen weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Nachdem das Ziel für 2021 von 80 000 bis 100 000 verpasst und tatsächlich "etwas mehr als 70 000" verkauft worden waren, will Wöllenstein den Absatz in diesem Jahr "mindestens" verdoppeln.

Aus technischer Sicht zeigt die Aktie seit Monaten klassische Chartbilder und Muster. Daraus resultierende Kursziele wurden zum Teil sogar punktgenau erreicht. „Vor allem der Tiefpunkt mit anschließendem Rebound bei 159,70 €uro resultierte aus einem SKS-Kursziel. Seitdem konnte sich nun sogar wieder ein Aufwärtsmodus etablieren. Der Chart befindet sich allerdings im unteren Drittel dieses Trends. Aktuell wird die 100-Tage-Linie getestet. Sie verläuft bei 187,65 Euro. Die markttechnischen Indikatoren zeigen sich divergent. Der Trendfolger MACD zeigt sich weiterhin ansteigend. Das Momentum ebenfalls. Die Slow-Stochastik dagegen signalisiert ein kurzfristiges Verkaufssignal. Das Obere Bollinger-Band öffnet sich zwar aktuell nach oben, bietet aber nur einen kleinen kurzfristigen Spielraum nach oben bei 191,56 Euro. Daher bieten sich aktuelle Stopps knapp unter der 38-Tage-Linie an. Diese zeigt sich per heute bei 178,07 Euro“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von Donner & Reuschel.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

DER AKTIONÄR bleibt dabei: Trotz der aktuellen neutralen technischen Ausgangslage der Aktie, könnte das Papier zu einer interessanten Comeback-Story im Jahr 2022 werden. Der Investitionsplan für die nächsten fünf Jahre steht. Und die Anleger können sich nach den beendeten Querelen in der Vorstandsetage endlich wieder auf den Kern der VW-Story konzentrieren.  

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