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15.07.2021 Martin Mrowka

TUI-Aktie setzt Talfahrt fort – doch Reisebüros jubeln

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TUI

Gut 30 Prozent hat die TUI-Aktie allein in den vergangenen beiden Monaten eingebüßt. Am Donnerstag geht die Talfahrt weiter. Als Grund für die jüngsten Kursverluste gelten die steigenden Corona-Infektionszahlen in wichtigen Reiseländern und fortgesetzte Reiseabsagen im britischen Quellmarkt. Auch der plötzliche Abgang vom Deutschland-Chef belastet. Doch Reisebüros jubeln.

 TUI streicht wegen der steigenden Neuinfektionszahlen vor allem mit der Delta-Variante weitere Reiseziele von Großbritannien aus (DER AKTIONÄR berichtete). Am Montag gab der Touristik-Konzern zudem bekannt, dass Deutschland-Chef Marek Andryszak den Reisekonzern verlässt.

"Wir bestätigen, dass wir mit Marek Andryszak in Gesprächen über die Beendigung seines in 2022 auslaufenden Vertrages als Geschäftsführer der TUI Deutschland GmbH stehen", so TUI-Vorstandsmitglied David Burling in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Andryszak werde seinen Vertrag weiterhin erfüllen und den Restart des operativen Geschäfts der Zentralregion "mit ganzer Energie vorantreiben", schrieb Burling.

Der Fokus bei dem Reisekonzern liegt derzeit auf dem Neustart des wegen Corona ausgedünnten Geschäfts. "Die Nachfrage ist stabil gut, und die Kunden wollen verreisen", so Burling. Das Team sei "exzellent aufgestellt, um gestärkt aus dieser Jahrhundert-Krise zu kommen."

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Das Unternehmen investierte schon vor der Krise stark in die Digitalisierung und suchte nach Möglichkeiten für mehr Effizienz. Doch der Digital-Kurs von TUI Deutschland wird vom Vertrieb lautstark kritisiert. Gerade jetzt suchen viele Urlaubswillige jedoch die persönliche Beratung im Reisebüro. Die Inhaber machen Andryszak zudem für diverse Probleme im Service verantwortlich. Für die Reisebüros war bei TUI in den vergangenen Monaten kaum jemand erreichbar. Ärger gab es auch wegen Rabatt-Gutscheinen, die es online von TUI gab.

In Branchenblogs hatten einige Reisebüro-Inhaber deshalb angekündigt, Produkte von TUI künftig nicht mehr anzubieten. Laut Manager-Magazin konnten TUI-Konkurrenten wie DER Touristik, FTI, Alltours und Schauinsland ihre Verkaufszahlen im Juni teilweise mehr als verdoppeln. TUI-Chef Burling deutete nun ein Umsteuern an, was bei den Reisebüros für Hoffnung und teilweise Jubel sorgt.

Die TUI-Aktie sackt am Donnerstag jedoch weiter ab. Nach dem Kursrutsch am Mittwoch um gut sieben Prozent, verliert TUI am Vormittag weitere vier Prozent auf zeitweise nur noch 3,61 Euro – das tiefste Niveau seit Februar.

TUI (WKN: TUAG00)

Der Abgang des Deutschland-Chefs trifft TUI zur Unzeit. Der Reisekonzern versucht nach der Coronakrise gerade den Neustart. In den Reisebüros wird der Abgang von Marek Andryszak jedoch begrüßt, man hofft auf eine verbesserte Vertriebspolitik. Doch die Reisebranche leidet unter neuen Corona-Unsicherheiten.

Mit dem Bruch der 200-Tage-Linie hat sich auch die charttechnische Lage der TUI-Aktie weiter verschlechtert. DER AKTIONÄR hatte für investierte TUI-Anleger eine Stop-Loss-Grenze von 3,60 Euro empfohlen. Ein Neuengagement sollte derweil bis zu einer Aufhellung der Aussichten zurückgestellt werden.

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