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02.07.2021 Martin Mrowka

Rüstung: Milliarden-Auftrag aus der Schweiz – Boeing geht leer aus, aber...

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Boeing

Die Schweizer Regierung will neue Kampfjets in den USA bestellen. Der Eurofighter, an dem Deutschland mit Airbus beteiligt ist, kommt nicht zum Zuge. Auch der US-Anbieter Boeing mit seiner F/A-18E Super Hornet und die französische Firma Dassault mit dem Rafaele gehen leer aus. Die Regierung entschied sich für den Jet F-35 des Anbieters Lockheed Martin.

Die neuen Flugzeuge des weltweit größten Rüstungskonzerns sollen die bisher von der Schweiz genutzten F/A-18E von Boeing ersetzen. Die F-35 von Lockheed Martin sei über die Nutzungsdauer von rund 30 Jahren zwei Milliarden Franken (etwa 1,8 Milliarden Euro) billiger als das nächstgünstige Angebot, sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Insgesamt stand die Schweiz nach einer Volksabstimmung ein Budget von zunächst sechs Milliarden Franken zur Verfügung. Die Erstanschaffung von 36 F-35-Maschinen belaufe sich auf gut fünf Milliarden Franken, sagte Amherd. Abschließend entscheidet das Parlament.

Die Boeing-Aktie zeigte sich am Donnerstag im US-Handel bei hohen Umsätzen letztlich fast unverändert. Der Dow-Wert schloss bei 239,73 Dollar knapp über seiner 50-Tage-Linie, die aktuell bei 239,50 Dollar verläuft.

Boeing (WKN: 850471)

Möglicherweise wird der Boeing-Kurs von einem anderen Militär-Auftrag gestützt. Deutschlands Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer war zu Besuch in Washington und hat ihren US-Kollegen Lloyd Austin getroffen. Die beiden sprachen dabei auch über den deutschen Kauf von fünf Seefernaufklärungs-Flugzeugen von Boeing.

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Boeing-Fernaufklärer P-8A Poseidon

Die Flugzeuge des Typs P-8A Poseidon dienen unter anderem der luftgestützten Jagd auf U-Boote und werden auch von der US-Navy genutzt. Das Geschäft hat nach Mitteilung aus dem Verteidigungsministerium ein Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro.

Die Militär-Sparte von Boeing ist in den vergangenen Jahren immer wichtiger für den Luft- und Raumfahrt-Konzern geworden. Mittlerweile liegt der Anteil des Segments Verteidigung am Gesamtumsatz bei 45 Prozent. Der Schwerpunkt liegt bei Passagierflugzeugen.

Statista.com
Anteil der Umsätze im Segment Verteidigung am Gesamtumsatz von Boeing von 2016 bis 2020

Die Schweizer Bank Credit Suisse jedenfalls hat das Kursziel für Boeing von 230 auf 265 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen.

Analyst Robert Spingarn erhöhte in einer aktuellen Studie seine Schätzungen für die Produktion kommerzieller Flugzeuge - unter anderem als Folge einer starken Erholung des inländischen Reiseverkehrs. 2021 rechnet er nun mit einem etwas geringeren Verlust je Aktie und ab 2022 dann wieder mit einem etwas stärkeren, stetig ansteigenden Überschuss. (Mit Material von dpa-AFX)

Neue Rüstungsaufträge helfen dem von Pannen und Verzögerungen im Passagiergeschäft belasteten Geschäft von Boeing. Die Aktie drängt sich dennoch nicht als Investment auf. Möglicherweise wird Boeing sogar neue Aktien ausgeben, was den Aktienkurs weiter drücken könnte.

Charttechnisch läuft der Kurs in ein Dreieck hinein. DER AKTIONÄR rät Anlegern, vorerst abzuwarten.

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