Porsche liefert zunächst gute Nachrichten und die Aktie gewinnt zeitweise fast zwei Prozent. Bis zum Abend bleibt davon allerdings wenig übrig. Der kommunizierte Verkauf passt zum Aufräumkurs von Vorstandschef Michael Leiters. Anfang Oktober muss er zeigen, ob daraus mehr entstehen kann als ein kurzfristiger Effekt.
Der erste Kursschub war jedenfalls schnell wieder weg. Auslöser für den Kursimpuls war eine Nachricht vom Vorabend: Porsche verkauft seine Beteiligungen an Bugatti und Rimac und nimmt damit rund eine Milliarde Euro ein.
Der Deal verbessert zugleich die Prognose. Porsche erwartet bei der Netto-Cashflow-Marge des Autogeschäfts im laufenden Jahr nun einen Wert von bis zu 7,5 Prozent. Zuvor hatte der Sportwagenbauer maximal fünf Prozent in Aussicht gestellt. 250 Millionen Euro aus dem Verkauf sollen zur Finanzierung von Pensionsverpflichtungen verwendet werden.
Porsche gibt seine 45-prozentige Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac vollständig ab. Zudem verkauft der Konzern seinen Anteil von 20,6 Prozent an der Rimac Group. Käufer ist ein internationales Konsortium unter Führung der New Yorker Investmentgesellschaft HOF Capital. Den Preis hatte Porsche bei der Ankündigung im April zunächst offengelassen.
Für Vorstandschef Michael Leiters (Foto oben) ist der Verkauf ein weiterer Schritt beim Umbau des Konzerns. Der seit Jahresbeginn amtierende Manager will Porsche stärker auf das Kerngeschäft ausrichten. Das Beteiligungsportfolio wird bereits an mehreren Stellen kleiner: Ende August kündigte Porsche den Verkauf der Beratungstochter MHP an, im Mai die Schließung der Batterie-Tochter Cellforce, der eBike Performance GmbH und der Software-Tochter Cetitec.
Der Handlungsdruck ist groß. Porsche kämpft mit sinkenden Absatzzahlen, einem schwachen China-Geschäft, einer verhaltenen Nachfrage nach Elektroautos, US-Zöllen und rückläufigen Gewinnen.
Für eine nachhaltige Neubewertung braucht Porsche überzeugende Antworten auf die Fragen zu China, Elektroautos und Kosten. Der Verkauf von Bugatti verschafft Leiters Zeit und finanziellen Spielraum. Auf dem Kapitalmarkttag am 7. Oktober will Leiters die Strategie und den Finanzplan für die kommenden fünf Jahre vorstellen. Er muss zeigen, ob daraus auch eine belastbare Wende entstehen kann.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
10.09.2026, 17:29
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