Der skandinavische Maschinenbauer ist mit den Zahlen zum ersten Quartal klar hinter den Markterwartungen zurückgeblieben. Sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig verfehlte Tomra die Schätzungen. Anleger strafen die Aktie mit einem Minus von rund einem Fünftel ab und drücken Titel damit auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Die Konzernerlöse stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres um neun Prozent auf 334 Millionen Euro, Analysten hatten hingegen knapp 346 Millionen Euro auf dem Zettel. Getrieben wurde das Wachstum durch gute Geschäfte mit Pfandrücknahme-Automaten, sowohl in bestehenden als auch neuen Märkten (Polen und Portugal).
Besonders enttäuschend: die Bruttomarge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum musste Tomra hier einen Rückgang um 2,4 Prozentpunkte hinnehmen. Die Norweger führen dies auf einen kurzfristigen Produktmix und Sondereinflüssen im schwächelnden Recycling-Geschäft zurück, bei dem derzeit ein Kostenreduzierungsprogramm umgesetzt wird.
Das EBITA blieb im Vergleich zum Q1 2025 unverändert bei 26 Millionen Euro, hier hatten Analysten hingegen ein Plus auf 31,5 Millionen Euro erwartet. Unter dem Strich wies Tomra im Berichtszeitraum einen Gewinn von 0,02 Euro nach 0,03 Euro im Vorjahreszeitraum aus. Auf bereinigter Basis wurden jedoch 0,07 Euro pro Papier erwartet.
Anleger schicken die Aktie nach dem schwachen Jahresauftakt auf ein neues 52-Wochen-Tief. Zur Stunde verliert der europäische Nebenwert 20 Prozent an Wert. Die Spekulation in Ausgabe 16/26 auf ein besser als erwartetes erstes Geschäftsquartal ist nicht aufgegangen.
Anleger sorgen sich bei Tomra vor allem um die Margenentwicklung. Ob es sich hierbei nur um eine temporäre Schwäche handelt oder doch der Konkurrenzdruck, beispielsweise in Form des Wettbewerbers Envipco, mittel- bis langfristig auf die Gewinnentwicklung drücken wird, bleibt abzuwarten. Anleger halten nun die Füße still, sollten das Unternehmen und die Aktie aber nicht abschreiben.
Heute, 10:36