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15.08.2019 Benedikt Kaufmann

Tencent: Quartalszahlen hinterlassen einen Beigeschmack

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Tencent

Tencent verschreckt im Q2 die Anleger. Das Comeback des chinesischen Tech-Giganten dauert wohl doch länger als erwartet – und diesmal ist es nicht nur das Gaming-Segment das schwächelt.

Tencent hat im ersten Quartal zwar die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen, blieb jedoch beim Umsatz hinter den Schätzungen zurück. Der Internetkonzern verzeichnete ein Umsatzwachstum von 21 Prozent auf 88,8 Milliarden Yuan (rund 11,4 Milliarden Euro) bei Gewinnen von 24,1 Milliarden Yuan (rund 3,08 Milliarden Euro). Analysten erwarteten 93 Milliarden Yuan Umsatz bei Gewinnen von 22,2 Milliarden Yuan.

Tencent Umsatzentwicklung

Die Umsatzschwäche ist auf das Geschäft mit Online-Werbung zurückzuführen. Hier steigerte Tencent seine Erlöse nur um 16 Prozent auf 16,4 Milliarden Yuan. Im Q2 2018 belief sich die Wachstumsrate noch auf 39 Prozent.

Für die Schwäche gibt es zwei entscheidende Gründe. Zum einen Chinas langsamer wachsenden Wirtschaft, welche Firmen im Marketing sparen lässt. Zum anderen neue Konkurrenz auf dem Social-Media-Markt wie die extrem erfolgreiche Kurzvideo-App TikTok.

Umsatz im "Online Advertising"

Im Gaming-Segment ist weiterhin eine Erholung festzustellen. Zwar legten die Umsätze mit Online-Games nur acht Prozent zu. Doch im zweiten Quartal überwanden insgesamt zehn Spiele die „Regulierungsbehürden“ – darunter der Erfolgstitel „Peacekeeper Elite“. Während im Q4/2018 und Q1/2019 die Gaming-Umsätze im Vorjahresvergleich stagnierten, sorgten die neuen Titel im Q2 wieder für Wachstum.

Unverändert stark bleiben die sozialen Netzwerke, wo Tencent unter anderem Streaming-Abonnements anbietet. Sie legten 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und sorgen für anhaltendes Wachstum in Tencents größtem Segment „Value-Added Services“

Umsatz der "Value-Added Services"

Zudem hat Tencent ein neues Business-Segment ausgewiesen: „FinTech and Business Services“. Hier ist beispielsweise Tencents Mobile-Bezahldienst WeChat Pay bilanziert. Ebenfalls dort enthalten sind die Cloud-Services. Das Segment wuchs um 37 Prozent auf 22,9 Milliarden Dollar.

Umsatz der "FinTech and Business Services"

Im Gaming-Segment sollte Tencent sein Wachstum künftig weiter beschleunigen können. Analysten rechnen allein bei „Peacekeeper Elite“ mit Erlösen in Höhe von zwei Milliarden Yuan im laufenden Quartal. Ein Wiedererstarken könnte ein schwächeres Werbe-Segment auffangen. Gleichzeitig bleiben Video, Streaming, Cloud und Payment klare Wachstumstreiber.

Fundamental bleibt Tencent gut aufgestellt. Hat jedoch unter dem Handelsstreit zu kämpfen – auch wenn dieser nur indirekt über die schrumpfenden Werbeeinnahmen belastet. DER AKTIONÄR bleibt seiner Empfehlung treu: Anleger bleiben dabei.

Tencent (WKN: A0YHJ8)