Samsung Electronics hat im vierten Quartal einen mehr als dreifachen Gewinnanstieg verzeichnet. Getrieben wurde das starke Ergebnis vor allem durch die hohe Nachfrage nach Speicherchips. Doch der anhaltende Chipmangel treibt die Kosten in anderen Sparten nach oben. Die Aktie gibt leicht nach.
Im vierten Quartal kletterte der Umsatz um 24 Prozent auf 93,8 Billionen Won (rund 65,6 Milliarden Dollar) und toppte die Prognosen von 93,3 Billionen Won. Der operative Gewinn explodierte um mehr als 200 Prozent auf 20,1 Billionen Won (rund 14 Milliarden Dollar) gegenüber den erwarteten 20,0 Billionen Won. Es handelt sich um den höchsten Quartalsgewinn in der Unternehmensgeschichte.
Besonders das Speichergeschäft profitierte vom KI-Boom. Vor allem Hochbandbreitenspeicher (HBM), der in KI-Rechenzentren und bei führenden Chipdesignern wie Nvidia zum Einsatz kommt, ist derzeit stark gefragt. Die Folge ist eine Verknappung im gesamten Markt, die auch die Preise für Speicherchips in PCs und mobilen Endgeräten nach oben treibt.
Schattenseite
Doch der KI-Boom hat auch eine Kehrseite. Samsung rechnet weiterhin mit einem akuten Chipmangel, der sich nach Einschätzung des Managements noch über mehrere Quartale hinziehen dürfte. Besonders das Smartphone-Geschäft bekam diesen Effekt zu spüren. Der operative Gewinn der Mobilfunksparte sank im vierten Quartal um rund zehn Prozent auf 1,9 Billionen Won.
Co-CEO Tae-moon Roh sprach gegenüber Reuters von einer „beispiellosen“ Chipknappheit und schloss Preiserhöhungen nicht aus. Der Konzern kündigte deshalb an, enger mit Partnern zusammenzuarbeiten und Effizienzmaßnahmen zu ergreifen, um dem Margendruck entgegenzuwirken. Mit der kommenden Galaxy-S-Serie soll zudem der Fokus auf KI-Funktionen verstärkt werden, um neue Wachstumsimpulse zu setzen.
Parallel treibt Samsung den Ausbau seines KI-Speicherangebots weiter voran. Die Produktion der nächsten Generation von Hochbandbreitenspeichern (HBM4) läuft bereits, die Auslieferung soll im Februar auf Wunsch eines Großkunden beginnen. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern, dass sich der Umsatz mit HBM mehr als verdreifachen wird, da die Kapazitäten bereits vollständig ausgebucht sind.
Der Boom im KI-Speichermarkt kommt auch der Konkurrenz zugute. Ein südkoreanischer Nvidia-Partner übertraf Samsung 2025 erstmals beim operativen Gewinn und festigte damit seine Führungsposition im Markt für Hochbandbreitenspeicher. Um welches Unternehmen es sich handelt, lesen Sie hier.
In der Chipfertigung bleibt TSMC der Favorit des AKTIONÄR. Die Aktie hat seit der Empfehlung in Ausgabe 37/25 bereits um mehr als 40 Prozent zugelegt.
Heute, 13:25