Der Prothesenhersteller Ottobock will sich von einem weiteren Geschäftsbereich trennen. Wie zu Wochenstart bekannt wurde, strebt das Unternehmen, das erst im vergangenen Jahr an die Frankfurter Wertpapierbörse gegangen ist und bereits einen Platz im SDAX inne hat, den Verkauf der Rollstuhl-Sparte im thüringischen Königsee an.
Ottobock sei mit mehreren Interessenten im Gespräch und rechne in den kommenden Monaten mit ersten Unterschriften, sagte Vorstandschef Oliver Jakobi der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, Standort und Arbeitsplätze zu erhalten. In Königsee arbeiten derzeit gut 270 Beschäftigte.
"Wir haben schon letztes Jahr angefangen, mit möglichen Kandidaten zu sprechen", sagte Jakobi. Namen der Interessenten nannte er nicht. In welcher Form der Abschluss am Ende erfolgen werde, sei nicht abschließend geklärt. "Aber es kann auch zu einem Komplettverkauf kommen", sagte Jakobi. Die Arbeitsplätze stünden dabei nicht zur Disposition, fügte er hinzu.
Ziel sei es, für den Standort "eine gute Zukunft sicherstellen zu können", sagte Jakobi. Daher habe man sich auch mehr Zeit genommen für die Gespräche. Auf keinen Fall dürfe das Werk verkauft und dann geschlossen werden. Bis spätestens Mitte 2027 solle die Trennung abgeschlossen sein.
Der Grund für die geplante Trennung? Das Rollstuhlgeschäft passe "nicht mehr so richtig zu unserem sonstigen Geschäft", sagte Jakobi. "Darum haben wir gesagt, wir fokussieren uns darauf, wo wir richtig stark sind, wo wir Marktführer sind, wo wir auch die Möglichkeit haben, die Märkte weiterzuentwickeln und auch zu beeinflussen. Und geben das auf, wo wir einer von verschiedenen Anbietern sind."
Ottobock bietet verschiedene Produkte an, die sich über die Bereiche Prothetik, Orthetik, Exoskelette und eben Rollstühle erstrecken. Das Unternehmen hält unter anderem auch eine Beteiligung am europäischen Neurotech-Hoffnungsträger Onward Medical.
Der angestrebte Verkauf würde zur Strategie von Ottobock passen. Bisher konnte das Unternehmen den Aktionären allerdings wenig Freude bereiten, vor Kurzem ist der Titel auf ein neues Rekordtief gefallen. Anleger setzen sich den Titel auf die Watchlist, sollten allerdings vor einem Einstieg klare Trendwendesignale abwarten.
Enthält Material von dpa-AFX
24.02.2026, 07:22