Nach einem Kursrutsch von elf Prozent am Dienstag versucht sich die Aktie von Ottobock heute zu stabilisieren. Die Aktie war nach einem Bericht von Grizzly Research deutlich abgerutscht. Nun wehrt sich das Unternehmen in einer Stellungnahme aber dagegen und weist die vorgebrachten Vorwürfe zurück.
• Ottobock-Aktie stabilisiert sich nach Kurseinbruch von elf Prozent
• Grizzly Research wirft dem SDAX-Konzern aggressive Bilanzierung vor
• Ottobock weist Vorwürfe als „verleumderisch“ und „irreführend“ zurück
Der Prothesenhersteller bezeichnete den veröffentlichten Bericht am Mittwoch als „verleumderisch“ und „massiv irreführend“. Zugleich kündigte das Unternehmen an, rechtliche Schritte zu prüfen. Dabei geht es auch um eine mögliche Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde wegen des Verdachts auf Marktmanipulation.
Nach Angaben von Ottobock greift der Bericht Themen auf, die bereits bekannt gewesen seien oder sich in der Vergangenheit als unbegründet herausgestellt hätten. Zudem betreffe ein Teil der Anschuldigungen private Angelegenheiten auf Gesellschafterebene.
Grizzly Research hatte dem SDAX-Konzern in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht unter anderem aggressive Bilanzierungspraktiken vorgeworfen. Außerdem behauptete der Leerverkäufer, rund 35 Prozent des Nettogewinns würden in Russland erwirtschaftet. Kritik äußerte Grizzly auch an der Verschuldung des Mehrheitseigners Hans Georg Näder, die nach Ansicht des Investors ein Risiko für Minderheitsaktionäre darstelle.
Die Reaktion am Markt fiel heftig aus: Die Aktie von Ottobock geriet nach Veröffentlichung des Berichts deutlich unter Druck. Leerverkäufer setzen gezielt auf fallende Kurse, um daraus Gewinne zu erzielen. In der Vergangenheit hatten ähnliche Attacken mehrfach starke Kursverluste bei betroffenen Unternehmen ausgelöst. Ottobock war erst im Oktober 2025 an die Börse gegangen.
Die jüngste Aufholbewegung wurde durch die jüngsten Entwicklungen jäh ausgebremst. Heute kann sich die Aktie aber trotz eines Dividendenabschlags von 0,97 Euro je Aktie stabilisieren. Unterstützend wirkt hier auch die Bestätigung der Kaufempfehlung durch Goldman Sachs. Analyst Analyst Richard Edwards sieht ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Anleger verharren beim Börsenneuling aus dem Jahr 2025 weiter an der Seitenlinie.
FAQs
Was macht Ottobock?
Ottobock ist ein Medizintechnik-Unternehmen aus Duderstadt in Niedersachsen. Es entwickelt und produziert Hilfsmittel für Menschen mit körperlichen Einschränkungen – vor allem Prothesen, Orthesen und Rollstühle.
Seit wann ist Ottobock an der Börse?
Das Unternehmen ist noch relativ neu an der Börse. Der erste Handelspreis lag am 9. Oktober 2025 bei 72 Euro, die Ausgabe der Aktien erfolgte zum Preis von 66 Euro.
Unterstützt Ottobock die Paralympics?
Ja. Der Prothesenhersteller betreibt schon seit langer Zeit technische Servicezentren bei den Paralympischen Spielen.
Heute, 09:26