Die Angst vor der Disruption durch Künstliche Intelligenz hat die Märkte nach wie vor im Griff, wie der tiefe Absturz von IBM derzeit zeigt. Auf der anderen Seite, bei den Profiteuren, steht natürlich der Halbleiterproduzent Nvidia. Darum geht es heute mit den Papieren satt nach oben.
Das Wichtigste kurz und knapp:
• Die Auslieferung der neuen Vera-Rubin-Hardware könnte sich wegen gelöster Wärmeprobleme leicht verzögern.
• KeyBanc erwartet weiterhin hohe Stückzahlen und hebt das Kursziel für Nvidia auf 330 Dollar an.
• Die Nvidia-Aktie arbeitet am Bruch des GD50 bei 209,15 Dollar, was als Kaufsignal gelten würde.
Aktionäre warten mit Spannung auf die Auslieferung großer Stückzahlen der Hardwareplattform der nächsten Generation, Vera Rubin. Das könnte sich noch etwas verzögern, doch für die Aktie ist das laut den Analysten von KeyBanc kein Problem, wie das Nachrichtenportal Barron’s berichtet.
Seit Jahresbeginn hat die Nvidia-Aktie bis zum gestrigen Börsenschluss 9,1 Prozent zugelegt und damit deutlich schlechter abgeschnitten als der breitere Chipsektor. Der Nasdaq 100 kam auf 17 Prozent, der S&P 500 immerhin auf 10 Prozent.
Die Einführung der Vera-Rubin-Hardware könne Kunden und Markt daran erinnern, dass die Prozessoren des Unternehmens für Künstliche Intelligenz weiterhin die besten seien. Damit würde das Unternehmen auch aufkommende Sorgen über zunehmenden Wettbewerb zerstreuen.
KeyBanc-Analyst John Vinh wies unter Berufung auf Gespräche mit Teilnehmern der asiatischen Lieferkette in einer aktuellen Studie nun auf Folgendes hin: Ein Problem bei der Wärmeregulierung in Servern, die Rubins Grafikprozessoren enthalten, habe jedoch zu einer kleinen Verzögerung bei größeren Auslieferungen geführt.
„Wir sehen wegen der Probleme mit dem thermischen Deckel eine leichte Verzögerung beim Hochlauf von Rubin. Diese Probleme sind inzwischen aber gelöst, und man sieht Anzeichen dafür, dass Rubin im Juli anlaufen wird.“
Nach Einschätzung von Vinh dürfte das Temperaturproblem für Nvidia kein größeres Hindernis darstellen. Er rechnet weiterhin damit, dass das Unternehmen in diesem Jahr zwischen 1,7 Millionen und 1,8 Millionen Rubin-Chips ausliefert, zusätzlich zu 5,5 Millionen bis 6,0 Millionen Einheiten der aktuellen Blackwell-Generation.
Vinh hat sein Kursziel für die Nvidia-Aktie von 310 auf 330 US-Dollar angehoben und sein „Outperform“-Rating bestätigt. Das Kursziel basiert auf einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25, bezogen auf die Gewinnschätzung von KeyBanc für Nvidias Geschäftsjahr 2028. Der Konsens hat laut Bloomberg ein Kursziel von 302,50 Dollar ausgegeben, was satte 45 Prozent Performance impliziert, ausgehend vom aktuellen Kursniveau
DER AKTIONÄR hält die Wachstumsstory bei Nvidia ebenfalls für nach wie vor voll intakt. Die Aktie arbeitet nach der Erholung der letzten Tage nun am Bruch des GD50 bei 209,15 Dollar. Das wäre ein klares Kaufsignal. Das Kursziel von DER AKTIONÄR bleibt bei 230,00 Euro.
FAQs
Was macht Nvidia?
Nvidia entwickelt vor allem Grafikprozessoren und KI-Chips, die in Rechenzentren, Gaming-PCs, Cloud-Systemen und zunehmend auch in Autos eingesetzt werden.
Warum ist Nvidia für KI so wichtig?
Viele KI-Modelle werden auf Nvidia-Chips trainiert und betrieben, weil sie große Datenmengen besonders schnell parallel verarbeiten können.
Was spricht langfristig für Nvidia?
Nvidia profitiert vom wachsenden Bedarf an KI-Rechenleistung, einer starken Marktposition und einem breiten Ökosystem aus Chips, Software und Plattformen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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