Nokia bewegt sich zunehmend vom klassischen Mobilfunkausrüster zum Anbieter von Rechenzentrumsinfrastruktur, autonomer Netze und Software. Macht Microsoft den finnischen Telekommunikationskonzern jetzt zum großen Gewinner des KI-Infrastrukturbooms? Die Vertiefung der Partnerschaft sorgte am Donnerstag jedenfalls für frische Fantasie. Die Nokia-Aktie legte gestern um beinahe fünf Prozent zu. Was Nokia und Microsoft vorhaben und welches Geschäftspotenzial darin steckt.
Nokia hat am Donnerstag bekannt gegeben, die langjährige Partnerschaft mit Microsoft auszubauen, um Telekommunikationsnetze mithilfe von KI stärker zu automatisieren. Dazu bauen die Unternehmen gemeinsam eine "einheitliche Datenbasis für KI-Agenten", sodass die Netze schneller und zuverlässiger betrieben werden können. Die Finnen liefern mit ihrer Data Suite bereits aufbereitete, standardisierte Telekommunikationsdaten und branchenspezifische Datenmodelle. Microsoft stellt mit Fabric die KI-Plattform bereit, auf der diese Daten gespeichert, verknüpft, analysiert und von KI-Anwendungen verarbeitet werden können.
Darauf werden KI-Agenten gesetzt, die Netzstörungen erkennen, Ursachen eingrenzen und Gegenmaßnahmen anstoßen sollen. In ersten Anwendungen prüfen sie etwa die Sprachqualität in 5G-Netzen, spüren Funklöcher auf und erkennen drohende Ausfälle frühzeitig. Die Technik ist herstellerunabhängig und lässt sich sowohl in der Cloud als auch im eigenen Rechenzentrum oder hybrid betreiben. Nokia bietet die Lösung bereits an, weitere Einsätze sollen folgen.
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