Der finnische Netzwerkausrüster Nokia hat im zweiten Quartal 2026 unter Beweis gestellt, dass der Konzern vom Boom rund um Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur profitiert. Umsatz, Gewinn und Auftragseingang legten deutlich zu – vor allem das Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden entwickelt sich zum Wachstumstreiber. Die Aktie reagiert mit leichten Kursgewinnen.
• Nokia steigert den Gewinn je Aktie im Q2 um 75 Prozent.
• Die Nokia-Aktie zieht stark an.
• Die Nokia-Aktie bleibt ein Kauf.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Nokia einen Nettoumsatz von rund 4,82 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg von acht Prozent. Bereinigt um Währungseffekte legten die Erlöse sogar um neun Prozent zu.
Auch die Profitabilität entwickelte sich erfreulich. Die vergleichbare Bruttomarge verbesserte sich um 70 Basispunkte auf 46,0 Prozent. Das vergleichbare operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro. Die operative Marge kletterte damit ebenfalls um 70 Basispunkte auf 9,0 Prozent.
Besonders stark entwickelte sich der bereinigte Gewinn je Aktie: Dieser sprang im Jahresvergleich um 75 Prozent auf 0,07 Euro. Im Vorjahresquartal hatte Nokia noch 0,04 Euro je Aktie erzielt.
Das ausgewiesene operative Ergebnis lag dagegen bei minus 50 Millionen Euro. Grund dafür waren höhere Restrukturierungsaufwendungen im Zuge des laufenden Konzernumbaus.
KI und Cloud sorgen für Auftragsschub
Der wichtigste Wachstumstreiber ist aktuell die Sparte Network Infrastructure. Hier erzielte Nokia im zweiten Quartal einen Umsatz von 2,04 Milliarden Euro – ein währungsbereinigtes Plus von zwölf Prozent.
Besonders stark liefen die Bereiche Optical Networks und IP Networks mit Wachstumsraten von 20 beziehungsweise 16 Prozent. Der große Gewinner ist jedoch das KI-Geschäft: Der Umsatz mit AI- und Cloud-Kunden verdoppelte sich nahezu und legte im Jahresvergleich um beeindruckende 105 Prozent zu.
Auch der Auftragseingang unterstreicht die Dynamik. Allein im zweiten Quartal sammelte Nokia im Bereich Network Infrastructure Aufträge im Volumen von 2,8 Milliarden Euro ein. Die operative Marge der Sparte verbesserte sich gleichzeitig deutlich von 6,4 auf 8,1 Prozent.
Mobilfunkgeschäft bleibt stabil
Auch das klassische Mobilfunkgeschäft entwickelte sich solide. Die Sparte Mobile Infrastructure steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um sechs Prozent auf 2,68 Milliarden Euro.
Die operative Marge lag mit 11,6 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau, auch wenn sie leicht unter dem Vorjahreswert von 12,2 Prozent blieb. Unterstützend wirkte vor allem ein günstigerer Produktmix.
Für zusätzlichen Rückenwind könnte künftig Nokias neue AI-RAN-Plattform sorgen. Das Unternehmen hatte erst kürzlich eine Technologie vorgestellt, die bis 2028 eine mehr als doppelt so hohe spektrale Effizienz in 5G-Netzen ermöglichen und gleichzeitig den Weg Richtung 6G ebnen soll.
CEO sieht Nokia mitten im KI-Superzyklus
Konzernchef Justin Hotard zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Das zweite Quartal zeigt, dass unsere Strategie voll greift. Wir maximieren unsere Chancen im KI-Superzyklus. Mit einem AI-&-Cloud-Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro im Q2 gehen wir mit starkem Momentum in die zweite Jahreshälfte.“
Ausblick bestätigt – Dividende beschlossen
Beim Jahresausblick bleibt Nokia zuversichtlich. Aufgrund der Umklassifizierung zweier Geschäftsbereiche als aufgegebene Aktivitäten wurde die Prognose für das vergleichbare operative Ergebnis technisch angepasst.
Für 2026 erwartet Nokia nun ein vergleichbares operatives Ergebnis zwischen 2,1 und 2,6 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Spanne bei 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro gelegen. Das Management geht davon aus, eher das obere Ende beziehungsweise einen Wert über dem Mittelpunkt der Prognose zu erreichen.
Auch die Aktionäre profitieren: Der Verwaltungsrat hat eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie beschlossen. Der Stichtag für die Auszahlung ist der 28. Juli 2026, die Auszahlung erfolgt am 6. August 2026. Zusätzlich bleibt Spielraum für weitere Ausschüttungen von bis zu 0,06 Euro je Aktie.
An der Börse kommt das Zahlenwerk gut an: Die Aktie klettert am Donnerstagmorgen an der Heimatbörse in Helsinki um rund ein Prozent. Anleger greifen weiter zu: Seit der Empfehlung des AKTIONÄR steht ein Plus von 45 Prozent zu Buche. Mehr zur Nokia-Aktie lesen Sie in der aktuellen Ausgabe. Diese finden Sie hier.
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