Heute kommt Bewegung in einen der wichtigsten Deals im KI-Boom. Microsoft und OpenAI (das Unternehmen hinter ChatGPT) richten ihre Partnerschaft neu aus. Hinter den Anpassungen steckt das Potenzial, die Kräfteverhältnisse im Milliardenmarkt für künstliche Intelligenz zu verändern. Aber wie krass ist die Veränderung wirklich?
Microsoft und OpenAI ordnen ihre Zusammenarbeit neu. Der Schritt ist größer, als es auf den ersten Blick wirkt. Microsoft wird künftig keine Umsatzbeteiligung mehr an OpenAI zahlen. Gleichzeitig fällt die Exklusivität. Die Lizenz auf OpenAI-Technologie ist nicht mehr exklusiv.
Das bedeutet, OpenAI kann seine Modelle künftig über mehrere Cloud-Anbieter vertreiben. Der Konzern hat das bereits vorbereitet und arbeitet unter anderem mit Amazon zusammen.
Microsoft bleibt dennoch eng dran. Azure bleibt der wichtigste Cloud-Partner. Neue OpenAI-Produkte sollen weiterhin zuerst dort erscheinen. Zudem sichert sich Microsoft den Zugriff auf die Technologie bis 2032.
Auch finanziell bleibt die Verbindung bestehen. OpenAI zahlt weiter Umsatzanteile an Microsoft bis 2030. Gleichzeitig hält der Konzern rund 27 Prozent an OpenAI.
„Das schnelle Innovationstempo erfordert, dass wir unsere Partnerschaft weiterentwickeln, um Kunden und beide Unternehmen zu stärken“, teilt Microsoft mit. An der Börse sorgt das heute eher für Skepsis. Die Aktie verliert rund 1 Prozent.
Warum der Markt nervös reagiert
Microsoft gibt damit ein Stück Kontrolle ab. OpenAI gewinnt Spielraum. So nimmt der Wettbewerb im wichtigsten Tech-Segment der kommenden Jahre absehbar noch mehr zu.
Aus Anlegersicht vielleicht nicht schlecht: Microsoft spart sich Zahlungen und profitiert trotzdem weiter von OpenAI. Längerfristig orientierte Anleger könnten das zu schätzen wissen. Zumal ChatGPT längst nicht mehr allein am Markt ist und keine herausragende technische Vormachtstellung im großen LLM-Konkurrenzkampf hat. Microsoft bleibt ein Kernspieler im KI-Boom und eine AKTIONÄR-Empfehlung.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 16:05