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Facebook: Das könnte teuer werden

Facebook: Das könnte teuer werden
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12.02.2020, 15:30 ‧ Nicola Hahn
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Ein neunjähriger Rechtsstreit zwischen Facebook und der US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) geht in der kommenden Woche in die finale Phase. Wie das Wall Street Journal berichtet, könnten sich die beiden Parteien dabei auf einen Vergleich in Höhe von neun Milliarden Dollar einigen. Die Facebook-Aktie kam am gestrigen Handelstag etwas stärker unter Druck, kann vorbörslich aber schon wieder grüne Vorzeichen aufweisen.

Die IRS hatte vor gut neun Jahren begonnen, Facebooks Steuerklärungen zu prüfen. Dabei ermittelte sie Vermögenswerte in Höhe von rund 14 Milliarden Dollar. Der Social Media-Riese hatte nur etwa die Hälfte angegeben und somit eine deutlich geminderte Steuerlast zu schultern. Laut der IRS entspräche das einer Steuerrechnung von neun Milliarden Dollar - inklusive Zinsen und Strafen.

Um das zu verstehen muss man noch etwas tiefer in Facebooks Geschäftsstruktur eintauchen. Kurz vor dem Börsengang 2012 errichtete der Börsenanwärter aus dem Silicon Valley eine Tochtergesellschaft in Irland. Diese zahlt Lizenzgebühren an den Mutterkonzern für die Nutzung des geistigen Eigentums. Je niedriger der Wert des ausgewiesenen geistigen Eigentums ist, desto weniger muss die irische Tochter zahlen. Ergo fallen dadurch auch höhere Gewinne in Irland an, die Facebook aufgrund des dortigen Steuersatzes deutlich niedriger besteuern kann.

Diesen Praktiken würde die IRS nun gerne das Handwerk legen. Sollte das gerichtliche Urteil nächste Woche also in einem Vergleich enden, so könnte das durchaus eine Signalwirkung haben, denn die großen US-Tech-Firmen sehen sich schon seit geraumer Zeit größerer Kritik bezüglich ihrer Steuervermeidungspraktiken ausgesetzt.

Darüber hinaus gab die Federal Trade Commission (FTC) gestern bekannt, dass sie sämtliche Übernahmen von Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft prüfen werde. Rohit Chopra, ein Kommissar der US-Behörde schrieb dazu auf Twitter: „Viele Unternehmen befinden sich in einem Rennen um auch die letzten Datenquellen anzuzapfen und zu monetarisieren. Viele dieser Übernahmen finden unter dem Radar der Aufsichtsbehörden statt. Die Untersuchungen der FTC werden nun Klarheit bringen, warum die großen Firmen Milliarden dafür ausgeben, um an unsere persönlichen Daten zu kommen.“

Eine Aufspaltung der großen Tech-Konzerne wird schon länger heiß in den USA diskutiert. Besonders aus den Reihen der US-Demokraten war das Wort „Zerschlagung“ in den letzten Monaten zunehmend häufiger zu vernehmen. Beklagt wird eine zu große Machtfülle von Amazon, Facebook und Co.

Facebook bekommt den regulatorischen Gegenwind immer stärker zu spüren. Das schlug sich zuletzt auch in einem etwas verlangsamten Gewinnwachstum nieder (DER AKTIONÄR berichtete). Das Urteil könnte wie gesagt eine entsprechende Signalwirkung haben. Aufgrund der Marktmacht bleibt die Aktie allerdings nach wie vor eine interessante Aktie. Wer dabei ist, sollte investiert bleiben, sich aber mit einem Stopp knapp unterhalb der 200-Tage-Linie absichern.

Wer etwas breiter in Big Tech investieren will, kann einen Blick auf den GAFAM-Index werfen. Der vom AKTIONÄR aufgelegte Index beinhaltet die fünf größten US-amerikanischen IT-Unternehmen: Alphabet (Google), Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Die Aktien werden jährlich gleichgewichtet, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Dividenden werden bei der Indexberechnung allerdings nicht berücksichtigt. Der GAFAM Index hat seit der Auflegung knapp 130 Prozent zugelegt.


Facebook (WKN: A1JWVX)

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

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