Die Wall Street schüttelt die politische Ungewissheit ab. Ein Wahlsieg der Demokraten im US-Kongress sorgt an den Finanzmärkten für kräftigen Rückenwind. Der Leitindex S&P 500 kletterte um 1,6 Prozent – der größte Tagesgewinn seit vergangenem August. Auch an den Anleihemärkten griffen die Händler beherzt zu, während der Dollar den stärksten Tagesverlust seit zwei Monaten verbuchte.
Vor allem die großen Technologiekonzerne führten die Erholung an. Die Papiere von Microsoft, Amazon und Apple legten jeweils um mehr als fünf Prozent zu.
Der Grund: Investoren setzen darauf, dass die zentralen Wachstumstreiber intakt bleiben. Vor allem der Boom rund um künstliche Intelligenz treibt die Gewinne weiter. Während strengere Regulierungen durch den neuen Kongress nicht ausgeschlossen sind, bleibt der grundlegende Bedarf an Rechenzentren und Software ungebrochen. Die nun feststehenden Machtverhältnisse schaffen Klarheit. Entsprechend positiv reagieren die Marktteilnehmer auf das Ende der wahlbedingten Hängepartie.
Ölpreis bricht ein, Anleihen atmen auf
An den Rohstoffmärkten zeigte sich das gegenteilige Bild. Der Preis für die Nordseesorte Brent sackte um fast zehn Prozent auf unter 100 Dollar ab. Der Sieg der Demokraten signalisiert eine klare Haltung gegen eine Ausweitung des Iran-Konflikts, was die Risikoprämie für Rohöl schlagartig senkte.
Gleichzeitig sanken die Renditen der US-Staatsanleihen deutlich. Die Aussicht auf ein politisches Patt in Washington bremst teure Ausgabenprogramme der Regierung. Das nimmt den Druck von den Anleihemärkten und stützt wiederum die Aktienbewertungen. Parallel dazu suchte frisches Kapital alternative Wege: Bitcoin stieg erstmals über die Marke von 80.000 Dollar.
Milliardendeals und Umstrukturierungen
Auch abseits der Politik bewegten konkrete Unternehmensdaten die Kurse. Meta Platforms platzierte erstmals erfolgreich Euro-Anleihen und sammelte neun Milliarden Euro ein. Das Orderbuch war mit 53 Milliarden Euro mehrfach überzeichnet.
In den Chefetagen gab es ebenfalls Bewegung. Der Computerkonzern HP ernannte die ehemalige GSK-Chefin Emma Walmsley zur neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz gab derweil den Verkauf seines nordamerikanischen Kaffeegeschäfts bekannt, um das eigene Portfolio zu straffen.
Im Gesundheitssektor bahnt sich eine historische Zerschlagung an: Der Konzern CVS Health plant die Abspaltung seines Filialapothekengeschäfts. Bei McDonald’s fielen die US-Umsätze im dritten Quartal zwar, sanken jedoch weniger stark als befürchtet. Höhere Ausgaben der Kunden pro Besuch glichen den Rückgang bei den Gästezahlen teilweise aus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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