Ein Comeback der Technologieaktien treibt die Wall Street am US-Wahltag an. Vor allem die Halbleiterbranche beendete ihre jüngste Talfahrt. Der Grund: Die Sorgen vor explodierenden Investitionen in Künstliche Intelligenz traten wieder in den Hintergrund. Anleger griffen bei Chip-Werten beherzt zu. Das stützte den Gesamtmarkt spürbar.
Während der Leitindex S&P 500 zulegte, gab die Mehrheit der Einzelwerte im Index allerdings nach. Die Rallye stand also auf wenigen Schultern. Gleichzeitig stieg der Dollar, und die Kurse von US-Staatsanleihen fielen. Am Anleihemarkt sorgte Meta Platforms für Aufsehen: Der Konzern platzierte seine erste Anleihe seit sechs Monaten und stieß dabei auf eine solide Nachfrage der Investoren.
Zinsen steigen trotz fallendem Öl
Auch robuste Daten zu den offenen Stellen in den USA drücken auf die Rentenmärkte. Die Renditen kletterten, da eine Zinssenkung damit weniger dringlich wirkt. Daran änderte auch der leicht fallende Ölpreis wenig. Zeitgleich gaben Millionen Bürger in den USA ihre Stimmen ab, um über die Machtverhältnisse im Kongress zu entscheiden.
Historisch gesehen stehen die Zeichen für Anleger nicht schlecht. Seit 1950 lag der S&P 500 zwölf Monate nach einer Kongresswahl noch nie im Minus, wie Daten von The Sevens Report zeigen. Investoren hoffen nun, dass die Wahl die politische Unsicherheit nimmt. Bei großen Finanzinvestoren wächst dennoch die Vorsicht. Jim Zelter, Präsident von Apollo Global Management, betonte, dass der Konzern bei KI-Infrastruktur defensiver agieren wolle. Der Bedarf an Rechenleistung sei zwar unbestritten, doch die künftige Preisgestaltung bleibe unsicher.
Licht und Schatten bei Tech-Schwergewichten
Entsprechend nervös reagieren Anleger derzeit auf Unternehmenszahlen. Bei Apple brachte der erste Quartalsbericht unter dem neuen Vorstandschef John Ternus ein gemischtes Bild. Eine optimistische Umsatzprognose reichte nicht aus, um die Sorgen über schrumpfende Gewinnspannen zu vertreiben. Auch der Daten- und KI-Spezialist Palantir enttäuschte Teile des Marktes mit einem Ausblick, der auf ein langsameres Umsatzwachstum hindeutet.
Noch härter traf es Shopify. Die Aktie sackte ab, nachdem der E-Commerce-Konzern erstmals seit vier Jahren die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlte. Im traditionellen Sektor gab es dagegen einen Milliardendeal: Der von Carl Icahn kontrollierte Raffineriebetreiber CVR Energy kauft zwei Produktionsanlagen von Marathon Petroleum für rund 4,2 Milliarden Dollar. Bei Walt Disney wiederum stehen die Zeichen auf Sparflamme. Der Unterhaltungsriese plant die Streichung von Tausenden Arbeitsplätzen. Manager sollen die jährlichen Kosten um 20 Prozent senken.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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