Dämpfer für den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall. Trotz voller Auftragsbücher muss das DAX-Schwergewicht seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren. Verzögerungen beim Radpanzer Boxer und bei Lieferungen von Artilleriemunition bremsen das Tempo. An der Börse sorgte die Nachricht am Mittwochabend umgehend für Verkäufe.
Der Vorstand kappte die bisherige Jahresprognose spürbar. Für das Gesamtjahr rechnet Rheinmetall nun mit einem Konzernumsatz von rund 13,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Management Erlöse zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 9,94 Milliarden Euro bleibt das ein deutlicher Sprung. Dennoch verfehlt der Konzern die eigene Messlatte.
Auch die Profitabilität leidet leicht unter den Verschiebungen. Die operative Ergebnismarge soll im Gesamtjahr nur noch rund 18,5 Prozent erreichen. Bislang standen rund 19 Prozent im Plan. Der Grund: ein veränderter Produktmix, da margenstarke Lieferungen erst später abgerechnet werden können. Entsprechend verschnupft reagierten die Anleger. Auf der Handelsplattform Tradegate gab die Rheinmetall-Aktie im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund drei Prozent nach.
Starkes drittes Quartal stützt das Geschäft
Während der Ausblick für Ernüchterung sorgt, lief das operative Geschäft im dritten Quartal auf Hochtouren. Der Umsatz kletterte um fast ein Drittel auf 3,149 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel der Zuwachs beim operativen Ergebnis aus. Dieses legte um 62 Prozent auf 553 Millionen Euro zu. Die operative Marge verbesserte sich dadurch von 14,8 auf 17,5 Prozent.
Der Auftragseingang lag im abgelaufenen Jahresviertel bei 2,893 Milliarden Euro. Das Management bewertet dieses Niveau als gut, wenngleich es leicht unter den Spitzenwerten früherer Quartale liegt. Detaillierte Zahlen zum dritten Quartal will Rheinmetall am morgigen Donnerstag vorlegen.
Rheinmetall bleibt ein Profiteur der weltweiten Aufrüstung, stößt bei der Abwicklung aber an praktische Grenzen. Operativ verdient der Konzern weiterhin glänzend. Anleger bleiben an Bord.
Heute, 21:12
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