Die Demokraten gewinnen nach Projektionen von CNN und CNBC das Repräsentantenhaus und liegen auch im Senat vorn. Die Börsen reagieren heftiger, als JPMorgan erwartet hatte: Die Futures auf den S&P 500 drehten in der Nacht von plus 0,5 auf rund minus ein Prozent, in Tokio und Seoul fielen die Kurse um mehr als 2,5 Prozent.
US-Wahl: Was in der Nacht passiert ist
Um 04:00 Uhr deutscher Zeit erklärte MS NOW die Demokraten zur Mehrheitspartei im Repräsentantenhaus, CNN, CBS, NBC und ABC folgten. Im Senat holten die Demokraten laut AP North Carolina mit Roy Cooper. South Carolina und Texas, wo James Talarico laut NBC News Ken Paxton schlug, gingen nach Medienberichten ebenfalls an sie, dazu der Gouverneursposten in Georgia. Als Gründe nennen US-Medien Trumps Zustimmungswerte von 37 Prozent, hohe Benzinpreise und den Iran-Krieg.
S&P 500: Futures drehen ins Minus
Zum Start der Auszählung lagen die Futures auf den S&P 500 noch rund 0,5 Prozent im Plus. Mit jedem demokratischen Sieg drehten sie ab, laut Bloomberg-Daten standen sie zuletzt rund 0,7 Prozent tiefer, die auf den Nasdaq 100 0,8 Prozent und die auf den Dow Jones 0,3 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um sieben Basispunkte auf 4,89 Prozent, der Dollar gab gegen die großen Währungen nach. Der Euro legte um 0,52 Prozent zu.
Nikkei: Chipwerte unter Druck
In Asien traf es die KI-Werte. Der Nikkei 225 verlor laut AFP gegen 03:30 Uhr 3,6 Prozent, aktuell liegt er bei rund minus 2 Prozent. SoftBank, Advantest und Kioxia gaben deutlich nach. Der Kospi drehte von Plus deutlich ins Minus. Hongkong und Shanghai hielten sich relativ positiv.
DAX: Was Europa erwartet
Der DAX-Future liegt aktuell bei minus 0,7 Prozent. Belasten dürften vor allem Chipwerte wie Infineon und Aixtron, dazu bremst der stärkere Euro die Exporteure.
S&P 500: Warum JPMorgan danebenlag
JPMorgan hatte die blaue Welle mit 66 Prozent als wahrscheinlichsten Ausgang geführt und dafür eine Reaktion des S&P 500 zwischen minus 0,25 und plus 0,5 Prozent erwartet. Für einen geteilten Kongress (26 Prozent) rechnete sie mit plus 0,5 bis plus ein Prozent, für eine republikanische Welle (sieben Prozent) mit plus ein bis plus 1,25 Prozent. Die Futures liegen mit rund minus ein Prozent klar unter dieser Spanne. Das Szenario stimmt, die Reaktion nicht.
Die Bank setzte auf Trumps Veto gegen KI-Gesetze, der Markt fürchtet aber die Bundesstaaten: Texas und Georgia stehen laut Tapas Strickland von Moomoo für rund ein Drittel der Ausgaben für KI-Rechenzentren. Zudem war die Welle breiter als eingepreist. Näher an der Realität liegt bisher Yardeni Research: Das Haus hatte gewarnt, eine blaue Welle könne „eine kalte Dusche für Aktien“ bedeuten, weil politische Lähmung und Streit um die Schuldenobergrenze die Renditen treiben könnten. Michael Arone von State Street warnt vor einer Überreaktion. Das Urteil fällt zum US-Handelsstart um 15:30 Uhr.
Die Märkte handeln am frühen Morgen sehr dynamisch. DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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