Die Demokraten haben nach Projektionen US-amerikanischer Medien das Repräsentantenhaus gewonnen und auch die Mehrheit im Senat erobert. Für DAX-Konzerne mit großem US-Geschäft heißt das vor allem eines: Washington droht der Stillstand. Der DAX-Future notiert am Morgen 0,43 Prozent im Minus.
DAX-Aktien: Wo die blaue Welle das US-Geschäft trifft
Der Mechanismus heißt Gridlock, also politische Blockade: Ein demokratischer Kongress kann Trumps Vorhaben stoppen, Trump jedes Gesetz der Demokraten per Veto aufhalten. Überstimmen lässt sich ein Veto nur mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern. Die Demokraten im Repräsentantenhaus wollen Trumps Zölle beenden – für Exporteure wie BMW, Mercedes und Volkswagen eine Entlastung, solange das Veto nicht greift.
Härter trifft es die KI-Story. Händler fürchten schärfere Auflagen für den Bau von KI-Rechenzentren. Der Nasdaq-100-Future liegt aktuell 0,5 Prozent im Minus, obwohl AMD für das vierte Quartal rund 17 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht stellt – erwartet waren 16,23 Milliarden. In Frankfurt rücken damit Infineon, Siemens Energy und Siemens in den Fokus.
Stillstand heißt auch, dass neue Lasten ausbleiben. Gesetze gegen Rechenzentren bräuchten Trumps Unterschrift, und der Präsident zählt den KI-Ausbau zu seinen Prioritäten. Die Futures haben sich bis zum Morgen teilweise erholt. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, wer regiert, sondern wie stark ein geteiltes Washington den KI-Ausbau bremst.
Der DAX-Future notiert aktuell bei 25.886,5 Punkten. Widerstand bleibt die Marke von 26.000 Punkten, an der der Index am Dienstag erneut gescheitert ist; der Future liegt 0,44 Prozent darunter. Unterstützung bietet die Zone um 25.650 Punkte: Dort verlaufen die 50-Tage-Linie bei 25.661,7 und die 100-Tage-Linie bei 25.647 Punkten, dort drehte der Future in der Nacht mit seinem Tief bei 25.631,5 Punkten nach oben. Der Abstand zu diesem Tief beträgt 0,99 Prozent. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 25.002,3 Punkten, der Future liegt 3,54 Prozent darüber. Fällt er unter das Nachttief, rückt die 200-Tage-Linie in den Blick; ein Schluss über 26.000 Punkten würde die Serie der Fehlversuche beenden.
Welche DAX-Konzerne am stärksten am US-Geschäft hängen und wo ein geteiltes Washington sie trifft, wird DER AKTIONÄR im Laufe des Tages einordnen.
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