Positive Überraschung bei Disney: Sowohl Umsatz als auch Gewinn toppten im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten. Vor allem die Erlebnis-Sparte mit Freizeitparks, Resorts und Kreuzfahrten schnitt stark ab. Die Aktie springt vorbörslich um rund vier Prozent in die Höhe.
Erstmals überschritt die Erlebnis-Sparte die Schwelle von zehn Milliarden Dollar Umsatz in einem Quartal. Finanzchef Hugh Johnston erklärte gegenüber CNBC, dass insbesondere die US-Parks für Rückenwind sorgten. Die Sparte erzielte ein operatives Ergebnis von 3,3 Milliarden Dollar und damit rund dreimal so viel wie der Entertainment-Bereich, der einen Rückgang von 35 Prozent verzeichnete.
Der Entertainment-Umsatz stieg dennoch um sieben Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Disney führte das Wachstum unter anderem auf höhere Abo- und Affiliate-Gebühren sowie auf die Einbeziehung der Fubo-Beteiligung zurück, an der der Konzern seit Oktober 70 Prozent hält. Auch das Kinogeschäft entwickelte sich stark: Filme wie „Zootopia 2“ sowie neue Teile der „Avatar“- und „Predator“-Reihen sorgten 2025 für volle Kassen.
Gesamtergebnisse
Im Q1 erzielte Disney ein EPS von 1,63 Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 1,57 Dollar. Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf rund 26 Milliarden Dollar. Unterm Strich verdiente der Konzern 2,5 Milliarden Dollar, etwas weniger als im Vorjahresquartal. Bereinigt um Sondereffekte fiel das Ergebnis jedoch deutlich robuster aus.
Erstmals verzichtete Disney in diesem Quartal auf eine detaillierte Aufschlüsselung der Ergebnisse nach linearem TV, Streaming und Kino und folgte damit dem Beispiel von Netflix. Auch die Veröffentlichung der Streaming-Abonnentenzahlen wurde eingestellt. Die Streaming-Umsätze legten dennoch um elf Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar zu.
Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Disney an, Aktien im Volumen von sieben Milliarden Dollar zurückzukaufen. Zudem stellt das Management ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie sowie einen operativen Cashflow von rund 19 Milliarden Dollar in Aussicht.
Für das zweite Quartal rechnet Disney im Streaming-Geschäft mit einem operativen Ergebnis von etwa 500 Millionen Dollar, was einem Zuwachs von rund 200 Millionen Dollar entspricht. In der Erlebnis-Sparte erwartet der Konzern dagegen nur moderates Ergebniswachstum. Gründe sind rückläufige Besucherzahlen in den US-Parks sowie Anlaufkosten für neue Kreuzfahrtschiffe und die Eröffnung von „World of Frozen“ im Disneyland Paris.
Führungswechsel im Fokus
Parallel zur Zahlenvorlage rückt die Nachfolge von CEO Bob Iger erneut in den Fokus. Der Aufsichtsrat tagt in dieser Woche und dürfte über einen Nachfolger abstimmen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber CNBC berichteten. Disney hatte angekündigt, die Entscheidung im ersten Quartal bekanntzugeben. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Josh D’Amaro, Chef der profitablen Erlebnis-Sparte, sowie Dana Walden, Co-Vorsitzende von Disney Entertainment.
Die Erlebnissparte boomt, doch Streaming schwächelt noch immer. Auch die Frage des CEO-Nachfolgers ist noch nicht geklärt. Charttechnisch steht die nachhaltige Trendwende bei Disney noch aus. Ein Einstieg drängt sich aus Sicht des AKTIONÄR aktuell nicht auf.
Heute, 13:12