Die USA bestätigen erstmals Waffen im Weltraum. Der Satz ist Abschreckung – und Rückenwind für ein Budget, das sich verdoppeln soll. Wer davon profitiert und warum das Geld noch nicht sicher ist.
Ein Satz, der lange vorbereitet wurde: Die USA haben Waffen im Weltraum stationiert. Zivilchef des US-Luftwaffenministeriums Troy Meink sagte das am Montag in seiner Eröffnungsrede auf der Air, Space & Cyber Conference nahe Washington. Nie zuvor hat das Pentagon solche Systeme öffentlich bestätigt. Welche Waffen, wie viele, seit wann? Meink schwieg. Die Formulierung sei bewusst gewählt, sagte er später.
Space Force: Abschreckung per Ansage
Wer abschrecken will, muss zeigen, dass er zurückschlagen kann, ohne die Waffe zu verraten. Genau so argumentiert Meink: Die Existenz zu nennen, schrecke ab, Details würden das Gegenteil bewirken. „Space Control“ reicht laut Juliana Süß von der Stiftung Wissenschaft und Politik vom Störsender, der Satelliten blendet, bis zur Waffe, die sie zerstört. Satelliten sind das Nervensystem von Militär und Wirtschaft, von Navigation bis Zahlungsverkehr. China und Russland arbeiten seit mehr als einem Jahrzehnt daran, es zu treffen.
Space Force: Vom „Star Wars“-Spott zum Budget
Als Ronald Reagan 1983 eine Raketenabwehr im All ankündigte, verspotteten Medien den Plan als „Star Wars“. 43 Jahre später ist aus dem Spott ein Haushaltsposten geworden. Für das Haushaltsjahr 2027 beantragt die Regierung 71,3 Milliarden Dollar für die Space Force, mehr als doppelt so viel wie die 31,9 Milliarden Dollar des laufenden Jahres. Das wäre der größte Sprung einer Teilstreitkraft seit 75 Jahren. Rund 30 Prozent des Zuwachses sind geheim. Größter offener Posten ist SB-AMTI mit 7,90 Milliarden Dollar, ein Satellitennetz, das Jets, Drohnen und Marschflugkörper aus dem All verfolgt. Es soll die verwundbaren Radarflugzeuge wie AWACS ergänzen und später teilweise ersetzen.
SpaceX: Der größte Nutznießer
SpaceX erhielt für SB-AMTI einen Auftrag über 4,16 Milliarden Dollar und für das militärische Datennetz Space Data Network weitere 2,30 Milliarden Dollar. Rocket Lab teilt sich mit zwei weiteren Anbietern SB-AMTI-Aufträge über 615 Millionen Dollar. Lockheed Martin baut die geosynchronen Satelliten der Raketenfrühwarnung Next-Gen OPIR, für deren Programm 2027 insgesamt 1,50 Milliarden Dollar vorgesehen sind.
Doch der Antrag ist nicht das Gesetz. Bis zum 11. Dezember gilt ein Übergangshaushalt auf Vorjahresniveau. Das Repräsentantenhaus sieht im Entwurf nur 55,5 Milliarden Dollar vor, ein Teil der Summe hängt an einem noch offenen Zusatzpaket. Politisch ist die Ansage riskant: Victoria Samson von der Secure World Foundation nennt sie destabilisierend. Peking forderte am Dienstag, die Vorbereitung auf einen Krieg im All zu beenden. Moskau pochte auf einen waffenfreien Weltraum.
Space Force: Was jetzt zählt
- September 2026: Laut Meink beginnen noch in diesem Monat die Starts der SB-AMTI-Konstellation.
- 3. November 2026: Die Zwischenwahlen entscheiden, mit welchen Mehrheiten der Haushalt verhandelt wird.
- 11. Dezember 2026: Der Übergangshaushalt läuft aus, dann fällt die Entscheidung über das Budget 2027.
Meinks Satz verändert nicht die Lage im Orbit, sondern die Sprache darüber. Für Anleger zählt weniger die geheime Waffe als das offene Budget: Die Verdopplung ist beantragt, nicht bewilligt. Wer die Aufrüstung im All verfolgt, schaut auf sichtbare Posten: die Zielerfassung mit SpaceX, die Datennetze mit Rocket Lab, das für die Space Development Agency 18 Datentransport-Satelliten baut, und die Frühwarnung mit Lockheed Martin, dem Hersteller der Next-Gen-OPIR-Satelliten in geosynchroner Umlaufbahn.
Raketen ins All, Starlink rund um den Globus, dazu die KI von xAI: Mit SpaceX setzen Anleger dreifach auf Elon Musk. DER AKTIONÄR erwartet im AKTIONÄR-Depot einen weiteren Kursanstieg. Ebenso ist Lockheed Martin eine laufende Empfehlung.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
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Aktien der SpaceX befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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