Apple: Historische Pechsträhne ‑ so steht es um den Tech‑Giganten

Apple: Historische Pechsträhne ‑ so steht es um den Tech‑Giganten
Foto: MikeDotta/Shutterstock
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Timo Nützel 09.01.2026, 20:27 Timo Nützel

Die erfolgsverwöhnte Apple-Aktie steckt in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten und steuert auf ein Negativ-Jubiläum zu, das Anleger bis in das Jahr 1991 zurückblicken lässt. Während der breite Markt von Rekord zu Rekord eilt, scheint dem iPhone-Konzern im neuen Börsenjahr völlig die Puste auszugehen. Trader fragen sich nun gleichermaßen, ob dies der Beginn einer größeren Korrektur ist oder eine Einstiegschance markiert.

Der Blick auf die Kurstafeln bereitet Apple-Aktionären derzeit wenig Freude. Zum Start in das Jahr 2026 präsentieren sich die Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt in einer alarmierenden Verfassung. Mit acht Verlusttagen in Folge wurde bereits eine seltene Serie eingestellt, die es in der jüngeren Geschichte nur viermal gab. Sollte die Aktie am neunten Handelstag erneut im Minus schließen, wäre dies die längste Pechsträhne seit mehr als drei Jahrzehnten. Seit Beginn dieses Abwärtstrends hat der Titel bereits mehr als fünf Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei rund 258 Dollar. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die sich bereits im vergangenen Jahr abzeichnete. Während der S&P 500 im Jahr 2025 um starke 16 Prozent zulegte, konnte Apple lediglich ein Plus von neun Prozent verbuchen.

Die Gründe für die schlechte Stimmung sind vielschichtig. Zum einen machen dem Konzern die steigenden Preise für Bauteile zu schaffen. Besonders Speicherchips haben sich massiv verteuert, da die Nachfrage durch den weltweiten Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz enorm hoch ist. Apple muss hier tiefer in die Tasche greifen, was die Margen belastet. Zum anderen hält sich an der Wall Street hartnäckig die Sorge, dass Apple den Anschluss im KI-Rennen verlieren könnte. Während Konkurrenten wie Alphabet oder Microsoft bereits voll integrierte Lösungen präsentieren, wird der große Wurf bei Apple erst für das Frühjahr 2026 mit einer runderneuerten Siri erwartet. Auch das Prestigeprojekt Vision Pro konnte die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen und gilt bei vielen Experten derzeit eher als Ladenhüter denn als neuer Wachstumsmotor.

Zusätzlicher Druck kommt aus China, wo lokale Konkurrenten wie Huawei dem iPhone-Konzern immer mehr Marktanteile abjagen. Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke. Das iPhone 17 verkauft sich laut ersten Daten deutlich besser als sein Vorgänger und das für Ende 2026 erwartete faltbare iPhone könnte eine völlig neue Umsatzquelle erschließen. Zudem verfügt Apple über Barreserven von über 130 Milliarden US-Dollar, was dem Konzern jederzeit strategische Zukäufe ermöglicht. Anleger warten nun gespannt auf die Quartalszahlen Ende Januar, die darüber entscheiden dürften, ob der Glanz des Apfels endgültig verblasst oder eine glanzvolle Rückkehr bevorsteht.

Apple (WKN: 865985)

Apple kämpft mit einem schwierigen Mix aus steigenden Kosten und einer spürbaren Wachstumsdelle. Die historische Verlustserie unterstreicht die aktuelle Verunsicherung der Marktteilnehmer. Solange der Konzern keinen klaren Beweis für seine KI-Dominanz liefert, bleibt die Aktie ein Wackelkandidat, den Anleger vorerst nur von der Seitenlinie aus beobachten sollten.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.

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