Die US-Futures rutschen nach deutlich höheren Erzeugerpreisen klar ab. Der Dow verliert vorbörslich mehr als 550 Punkte, auch S&P 500 und Nasdaq geben spürbar nach. Vor allem Tech-Werte stehen unter Druck. Zum Monatsende droht den Indizes eine schwache Bilanz.
Die Wall Street steuert auf einen schwachen Wochenschluss zu. Eine halbe Stunde vor der Opening Bell fällt der Future auf den Dow Jones auf 48.978 Punkte. Das entspricht einem Minus von 1,12 Prozent oder mehr als 550 Punkten. Der S&P-500-Future verliert 0,89 Prozent auf 6.858 Punkte. Der Nasdaq-100-Future gibt 0,96 Prozent auf 24.840 Punkte nach.
Auslöser sind überraschend hohe Inflationsdaten. Die US-Erzeugerpreise sind im Januar um 0,5 Prozent zum Vormonat gestiegen. Erwartet wurden 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich liegt der Anstieg bei 2,9 Prozent statt der prognostizierten 2,6 Prozent. Besonders deutlich fällt die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel aus. Sie steigt um 0,8 Prozent zum Vormonat. Erwartet wurden 0,3 Prozent. Der Preisdruck auf Produzentenebene nimmt damit spürbar zu.
Der Rücksetzer folgt auf einen durchwachsenen Donnerstag. Der S&P 500 gab 0,5 Prozent nach, der Nasdaq Composite verlor 1,2 Prozent. Der Dow Jones schloss nahezu unverändert mit einem Plus von 17 Punkten. Vor allem große Technologiewerte standen unter Druck. Nvidia sackte um 5,5 Prozent ab, obwohl der Chipkonzern starke Quartalszahlen vorgelegt hatte.
Gleichzeitig kam es zu Umschichtungen. Finanz- und Industriewerte hielten sich besser als der breite Markt. Anleger reduzieren nach der jüngsten Tech-Schwäche offenbar Risiko in wachstumsstarken Segmenten und parken Kapital in konjunktursensitiveren Bereichen. Belastend wirkt zudem die Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik sowie die geopolitischen Spannungen mit dem Iran.
Der Freitag ist zugleich der letzte Handelstag im Februar. Auf Monatssicht droht dem Nasdaq Composite ein Minus von rund 2,5 Prozent. Es wäre der schwächste Monat seit dem vergangenen März. Der S&P 500 steuert auf ein Minus von etwa 0,4 Prozent zu. Der Dow Jones hält sich mit einem Plus von rund 1,2 Prozent bislang noch im positiven Bereich.
Einzelwerte im Fokus
Zusätzliche Dynamik kommt aus dem Technologiesektor. OpenAI hat eine Finanzierungsrunde über 110 Milliarden Dollar abgeschlossen. Amazon beteiligt sich mit 50 Milliarden Dollar, Nvidia und SoftBank investieren jeweils 30 Milliarden Dollar. Die Bewertung steigt damit auf 730 Milliarden Dollar vor Kapitalzufluss. Amazon baut zudem die Zusammenarbeit mit AWS deutlich aus und erweitert eine bestehende Cloud-Vereinbarung über acht Jahre um weitere 100 Milliarden Dollar. Die Amazon-Aktie gibt vorbörslich rund ein Prozent nach.
Netflix legt vorbörslich rund acht Prozent zu. Der Streamingkonzern hat sein Angebot für Warner Bros. Discovery nicht erhöht, nachdem Paramount Skydance 31 Dollar je Aktie geboten hat. Anleger werten den Rückzug als finanziell diszipliniert.
Block springt um knapp 20 Prozent nach oben. Das Unternehmen trennt sich von mehr als 4.000 Mitarbeitern und reduziert die Belegschaft damit nahezu um die Hälfte. Der Schritt soll die Kostenbasis deutlich senken.
Dell Technologies gewinnt rund zwölf Prozent. Der Konzern meldet für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,89 Dollar. Erwartet wurden 3,53 Dollar. Der Umsatz liegt mit 33,38 Milliarden Dollar über den Prognosen von 31,73 Milliarden Dollar.
CoreWeave verliert dagegen rund zwölf Prozent. Das Unternehmen erzielt im vierten Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis von 898 Millionen Dollar. Erwartet wurden 929,1 Millionen Dollar. Zudem bleibt der Ausblick unter den Schätzungen.
Die Kombination aus hartnäckiger Inflation und Tech-Schwäche erhöht den Druck. Anleger müssen sich auf einen volatilen Handel einstellen. DER AKTIONÄR ordnet die wichtigsten Entwicklungen fortlaufend ein.
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