Es beginnt eine der spannendsten Börsenwochen seit Monaten. Zum Auftakt wirken die Märkte nervös. Während Ölpreise anziehen und geopolitische Risiken wieder in den Fokus rücken, treten die großen Indizes auf der Stelle. Anleger positionieren sich nach den jüngsten Rekorden offenbar erst einmal abwartend. Zu viel steht auf dem Spiel.
Die Zurückhaltung zeigt sich direkt in den Kursen. Der Dow Jones tritt zum Start auf der Stelle, der S&P 500 liegt leicht im Minus, der Nasdaq gibt etwas stärker nach. Nach den jüngsten Rekorden fehlt vorerst der Schwung. Zudem zieht der Ölpreis deutlich an. Hintergrund sind stockende Verhandlungen im Iran-Konflikt. Eine zweite Runde der Gespräche kam am Wochenende nicht zustande.
US-Präsident Donald Trump sagte geplante Gespräche kurzfristig ab und verwies auf unzureichende Angebote aus Teheran. Gleichzeitig gibt es Berichte über einen neuen Vorschlag des Irans zur Öffnung der Straße von Hormus. Eine Einigung bleibt aber offen – und damit auch die weitere Entwicklung beim Ölpreis.
Das sorgt für Unsicherheit. Denn der Konflikt hat bereits zu massiven Störungen auf der Angebotsseite geführt. Steigende Energiepreise könnten die Inflation wieder anheizen. Ein Szenario, das die Notenbanken vermeiden wollen.
Zentralbanken im Fokus
Der Blick richtet sich in dieser Woche unter anderem auf die Geldpolitik. In den kommenden Tagen entscheiden die Fed, die EZB, die Bank of England sowie die Notenbanken in Japan und Kanada über ihre Zinsschritte.
Eine Überraschung erwarten die Märkte nicht. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Zinsen unverändert bleiben. Entscheidend wird der Ton. Sollten die Notenbanken angesichts der Ölpreisentwicklung wieder stärker vor Inflation warnen, könnte das die Märkte belasten.
Anleihen reagieren bereits. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt leicht auf rund 4,3 Prozent.
Tech entscheidet über den Trend
Die aktuelle Pause kommt nach einer starken Phase. Der S&P 500 hat im laufenden Monat deutlich zugelegt, der Nasdaq sogar zweistellig. Die Rally lief trotz geopolitischer Spannungen weiter.
In dieser Woche legen mit Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Apple gleich fünf der größten Tech-Konzerne ihre Zahlen vor. Zusammen bringen diese Unternehmen rund 16 Billionen Dollar auf die Waage. Das entspricht etwa einem Viertel der Marktkapitalisierung im S&P 500.
Hinzu kommt ein Faktor, der zuletzt immer wieder für Bewegung gesorgt hat: politische Aussagen aus dem Weißen Haus. Die stärksten Marktbewegungen der vergangenen Monate wurden häufig direkt durch Aussagen von US-Präsident Trump ausgelöst. Das erhöht die Unsicherheit zusätzlich.
Die Gemengelage ist damit ungewöhnlich dicht. Geopolitik, Geldpolitik und Unternehmenszahlen treffen in einer Woche zusammen. DER AKTIONÄR wird online und im Heft wie gewohnt berichten und einordnen.
Heute, 17:00