++ 15% auf digitale Abos ++

Trump: Ein Drittel – und ein Krieg, der nicht enden will

Trump: Ein Drittel – und ein Krieg, der nicht enden will
Foto: CNP/AdMedia/picture alliance/dpa
WTI Oil -%
Ingo Nix Heute, 08:08 Ingo Nix
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar

Trumps Zustimmung fällt laut Reuters/Ipsos auf 33 Prozent – den tiefsten Wert seiner zweiten Amtszeit und gleichauf mit seinem Rekordtief vom Dezember 2017. Anfang August waren es noch 35 Prozent; beim Amtsantritt im Januar 2025 lag der Wert bei 47 Prozent. Der Grund steht an der Zapfsäule, und der Termin, an dem das Folgen hat, steht bereits fest: der 3. November 2026.

Die Zustimmung fällt immer weiter
Quelle: Reuters, eigene Berechnungen
Die Zustimmung fällt immer weiter

Zapfsäule: Der wahre Absturzgrund

Der Mechanismus hinter dem Absturz ist kein Meinungsstreit, sondern eine Rechnung an der Zapfsäule. Seit Trump gemeinsam mit Israel die Schläge gegen den Iran anordnete, ist ein Fünftel des weltweiten Ölhandels blockiert.

Der Landesdurchschnitt für eine Gallone Normalbenzin liegt nach Zahlen des Automobilclubs AAA bei 4,06 Dollar – rund 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. WTI notiert wieder über 85 Dollar, Brent zuletzt bei 91,10 Dollar.

Amerikanische Wähler bewerten ihre Präsidenten seit Jahrzehnten über den Preis, den sie wöchentlich selbst bezahlen – Energie schlägt Außenpolitik. Entsprechend erwarten acht von zehn Befragten einen langen Konflikt, darunter 71 Prozent der Republikaner. Nur 16 Prozent rechnen mit einem Ende binnen weniger Wochen, und nur jeder Fünfte hält den Krieg im Rückblick für den Preis wert – unter Republikanern sagt das jeder Zweite.

Was alles entscheiden könnte, ist die Tatsache, dass erstmals seit rund einem Jahrzehnt die Wähler den Demokraten die Wirtschaft eher zutrauen als den Republikanern.


WTI Oil (ISIN: XC0007924514)

Spielt Trump die Senatskarte als Rettungsanker?

Die Senatskarte bleibt für die Republikaner jedoch günstig, weil die umkämpften Sitze überwiegend in Bundesstaaten liegen, die Trump 2024 gewonnen hat.

Beim Zuschnitt der Wahlkreise ist das Bild anders, als es die Schlagzeilen nahelegen: Texas bringt den Republikanern rund fünf Sitze, Kaliforniens Gegenkarte den Demokraten ebenso viele. Erst Missouri, Ohio und North Carolina heben die republikanische Sitzbasis wirklich an; unterm Strich ist die Neuvermessung der Karten annähernd ein Nullsummenspiel.

Natürlich sind Umfragen im August noch kein Kreuz auf dem Stimmzettel im November. Die entscheidende Variable ist beweglich – und sie bewegt sich bereits.

Kommt der Sieg der Demokraten in den USA?

Das Datum, an dem diese Stimmung Folgen bekommt, ist der 3. November 2026. Gewählt werden alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatssitze: 33 regulär plus zwei Sonderwahlen in Ohio und Florida für die vormaligen Sitze von J. D. Vance und Marco Rubio.

Die reguläre Senatsklasse besteht aus 20 Republikanern und 13 Demokraten; rechnet man die beiden Sonderwahlen hinzu, verteidigt die Regierungspartei 22 der 35 Mandate. Die Angriffsfläche liegt also bei ihr.

Hinzu kommt eine Rekordzahl an Rücktritten: 58 Abgeordnete, die nicht erneut für ihren Sitz antreten – 36 davon Republikaner.

In den Kongressumfragen führen die Demokraten je nach Durchschnitt zwischen vier und acht Punkten. Zum Vergleich: 2018 gewannen die Demokraten die landesweite Stimmenmehrheit mit 8,6 Punkten Vorsprung und holten netto 40 Sitze. Der heutige Vorsprung ist damit kleiner als der, der die Mehrheit damals gedreht hat. Wer heute schon von einer „blauen Welle“ spricht, also dem Sieg der Demokraten, rechnet also großzügig.

Was für Anleger wirklich zählt

Für Anleger zählt am Ende nicht die Umfrage, sondern die Machtverteilung ab dem 3. Januar 2027, wenn der 120. Kongress zusammentritt.

Verliert Trump eine Kammer, verliert er die Haushaltsinitiative: Steuer- und Ausgabengesetze müssten dann zusätzlich in Ausschüssen verhandelt werden. Was er behält, ist die Exekutivmacht: Zölle, Sanktionen, Personalentscheidungen und die Iran-Politik laufen weiter über Dekrete, an denen kein Kongress vorbeikommt.

Ein gespaltener Kongress muss für die Börse kein Unglück sein, im Gegenteil: Große Ausgabenpakete bleiben liegen und die Politik wird berechenbarer. Genau dafür zahlen Anleger. 

Das eigentliche Risiko des Jahres 2026 steht deshalb nicht in Washington, sondern an der Zapfsäule.

Wer mehr über Trump lesen möchte, findet HIER die passende Lektüre. 

Immer auf dem neusten Stand mit dem PLASSEN-Buchverlage-Newsletter. Freuen Sie sich auf informative Bücher, Autoren und exklusive Vorteile.
Außerdem: spannende Interviews, wissenswerte Inhalte, Leseproben vor der Veröffentlichung neuer Werke und vieles mehr. Jetzt anmelden und von Beginn an dabei sein.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
WTI Oil - $

Aktuelle Ausgabe

Der Millionärsplan für jedes Alter

Nr. 34/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.